Kinderbetreuung: Angebot wächst

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Im nächsten Schuljahr werden zwei Grundschulen im Kulmbacher Stadtgebiet zu offenen Ganztagesschulen: die Max-Hundt-Grundschule und die Theodor-Heublein-Grundschule. Im Landkreis stellt die Grundschule Mainleus auf ein offenes Ganztagesangebot um. Das bietet Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder bis 16 Uhr betreuen zu lassen.

An allen Kulmbacher Grundschulen gibt es künftig ein Nachmittagsangebot. Das erleichtert den Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Foto: Archiv Foto: red

Die offene Ganztagesschule ist im Schuljahr 2015/16 in Bayern zunächst als Modellversuch an 300 Grundschulen ausprobiert worden. In der Mittelschule und an weiterführenden Schulen wird die offene Ganztagesschule schon länger angeboten. Ministerpräsident Horst Seehofer hatte versprochen, dass bis zum Jahr 2018 dür jedes Kind bis zum Alter von 14 Jahren eine Ganztagesbetreuung ermöglicht wird. Dafür wurden 160 Millionen Euro bereit gestellt. In Bayern gibt es rund 2750 Grund- und Förderschulen: So wird es vermutlich eine Weile dauern, bis sich die Ganztagesangebote flächendeckend durchsetzen.

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Schulen bewerben sich beim Ministerium

Und: Nicht jede Schule muss sich dafür entscheiden. „Das Ganztagesangebot muss zur ganzen Schulgemeinschaft passen“, sagt Schulamtsdirektor Mario Schmidt. Und das hänge wiederum von den individuellen Bedingungen und vom Schultyp ab. In der Regel werden die Überlegungen zuerst in der Schule angestellt und später mit den Eltern und dem Sachaufwandsträger diskutiert. Meistens stünden die Schulen „in einem offenen Austausch“ mit dem Schulamt. Die letztgültige Entscheidung trifft das Kultusministerium. Dort bewarben sich die interessierten Grundschulen. Im Schulamtsbezirk Kulmbach erhielten drei Schulen den Zuschlag.

Nach Angaben der Stadt hatte es an beiden städtischen Schulen starkes Interesse an offenen Ganztagesgrundschulen gegeben. Mit Hilfe des Trägers, der Arbeiterwohlfahrt Kulmbach, und dem staatlichen Schulamt sei es gelungen, die Genehmigung für die offene Ganztagesgrundschule für das neue Schuljahr 2016/2017 zu bekommen. Der Bewilligungsbescheid ging kürzlich bei der Stadt ein.

Betreuung nur an vier Tagen in der Woche

Die offene Ganztagesgrundschule bietet eine Betreuung während der Schulzeit von montags bis donnerstags an. Neben dem Mittagessen gibt es eine Hausaufgabenbetreuung und betreute Freizeitangebote für die Schüler. Viele Eltern würden sich allerdings eine Betreuung bis einschließlich Freitag und in den Ferien wünschen.

Grundsätzlich gilt Schmidt zufolge in der offenen Ganztagesschule am Nachmittag kein fester Stundenplan. Die Förderung und Betreuung der Kinder schließt sich an den Vormittagsunterricht an. "Hier soll künftig pädagogisches Fachpersonal, also Erzieher und Sozialpädagogen, zum Einsatz kommen." Bei der gebundenen Ganztagesschule verhält sich das anders: Hier findet häufig nachmittags Unterricht statt. Dafür stehen den Schulen zwölf Lehrerstunden zur Verfügung. Der Politik will damit den Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern und einzelne Schüler gezielt fördern.

Eltern können Betreuungsstunden buchen

Wenn die Kulmbacher Eltern sich für die offene Ganztagesgrundschule entscheiden, können sie Betreuungsstunden buchen: Eine kürzere Betreuungszeit bis 14 Uhr oder eine längere bis 16 Uhr. Die Anzahl der Tage ist frei wählbar, mindestens aber sind zwei Nachmittage zu buchen. Der Stadt Kulmbach zufolge sind aktuell über 90 Grundschulkinder an der Max-Hundt-Schule und der Melkendorfer Schule für eine Betreuung nach Unterrichtsschluss angemeldet.

Die offene Ganztagesgrundschule sei ein "sehr flexibles Betreuungsangebot", sagt Oberbürgermeister Henry Schramm. Weil es klare Vorteile habe: Den Eltern entstehen keine Kosten und die Kinder werden mit dem Schulbus nach Hause gebracht. Dafür werde die Stadt einen "zusätzlichen fünfstelligen Betrag jährlich" dazugeben. Die Kinderbetreuung von der Krippe bis zur Mittags- und Ganztagesbetreuung kostet die Stadt jährlich 6,8 Millionen Euro.

An allen acht Grundschulen in der Stadt werden die Kinder im nächsten Schuljahr damit nachmittags betreut. "Die offene Ganztagsschule wird zunehmend auf Resonanz stoßen", ist Schmidt überzeugt. Die Schulen treten damit allerdings zunehmend in Konkurrenz mit den Hortangeboten. Offene oder gebundene Ganztagesschule, Mittagsbetreuung und Kinderhort: die Alternativen für die Eltern werden immer zahlreicher.