Der Alarm erreichte die Feuerwehren gegen 16 Uhr. Gut 100 Einsatzkräfte waren am Einsatzort. Sie bekämpften den Brand von außen über das Dach mit einer Drehleiter, weil der Weg von innen laut Feuerwehr versperrt war. "Beim Eintreffen fanden die Einsatzkräfte eine starke Rauchentwicklung vor. Der Einsatz war deshalb nur mit schwerem Atemschutzgerät möglich“, berichtet Feuerwehrsprecher Andreas Hentschel von der Münchberger Wehr. Auch mehrere Helmbrechtser Ortsteilwehren sowie Kameraden aus Münchberg und Schauenstein waren im Einsatz sowie mehrere Rettungsfahrzeuge und die Polizei. Um den Brandschutz in der Gegend sicherzustellen, hielt ein Löschzug am Helmbrechtser Gerätehaus die Stellung.

Kurz nach 18.30 Uhr kehrte nach einer Phase des Beratens und Überlegens noch einmal Bewegung am Einsatzort ein. Erneut fuhren Einsatzkräfte mit der Drehleiter gen Dachstuhl. Atemschutzträger betraten das Gebäude. Um etwa 19 Uhr war es dann traurige Gewissheit, dass sich das Kind noch in dem brennenden Haus befand. Wenig später erhielten die von einem Kriseninterventionsteam betreuten Eltern die schreckliche Nachricht. Nun waren die Notfallseelsorger und Rettungssanitäter gefragt.

Doch nicht nur die unter Schock stehenden, schwer traumatisierten Angehörigen, sondern auch die Atemschutzträger der Feuerwehr, die das Mädchen leblos gefunden hatten, erhielten Beistand: vom sogenannten SEB-Team der Feuerwehr, also dem Team für „Stressbewältigung nach belastenden Einsätzen“.

Es ist nicht Hentschels erster belastender Einsatz: Er war beim schweren Busunglück im Jahr 2017 als Pressesprecher eingesetzt, ebenso bei einem anderen Wohnungsbrand in Helmbrechts mit einer toten Person, wie er berichtet. „Aber Kinder sind immer nochmal eine Hausnummer für sich.“

Gegen 19.30 Uhr dann die offizielle Bestätigung von Franziska Schramm, der Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Oberfranken in Bayreuth, die ebenfalls zum Einsatzort gekommen war: „Ein dreijähriges Mädchen konnte nicht mehr gerettet, sondern nur noch tot aufgefunden werden.“

Alle weiteren Bewohner konnten das Haus verlassen. Wie viele Menschen insgesamt im Haus waren, als der Brand ausgebrochen war, ist nicht bekannt. Laut Feuerwehrsprecher Andreas Hentschel von der Münchberger Wehr sollen zwei Familien von dem Brand betroffen gewesen sein. „Derzeit ist noch nicht klar, um welche Brandursache es sich handelt“, sagt Polizeisprecherin Schramm. Die Kriminalpolizei Hof hat die Ermittlungen aufgenommen.