Kerwa in Altenplos Zum Feiern nach Arschlochhausen

Foto: Ralf Münch

ALTENPLOS/HEINERSREUTH. Aus einer Gartenparty ist im Laufe der Jahre eine dreitägige Kerwa geworden. In einem selbst ernannten Königreich werden an diesem Wochenende wieder Hunderte von Gästen erwartet.

Arschlochhausen gibt es eigentlich gar nicht. Eigentlich. Aber für drei Tage im Jahr gräbt das selbst ernannte Königreich die Kerwa aus. Dann wird gefeiert - und das bereits im 25. Jahr - gefühlt irgendwo im Nirgendwo unweit der Landkreisgrenze Bayreuth/Kulmbach, im Bermudadreieck zwischen Altenplos, Neuenplos und Dreschenau. Verschwunden sind hier tatsächlich schon vereinzelte Kirchweihgäste, aber meistens nur über Nacht. "Da ist öfter jemand die Böschung runtergefallen", erzählt Dominik Netsch und deutet in Richtung des Geländers, das sich an der unteren Seite des abfallenden Grundstücks entlangzieht: "Deswegen haben wir das irgendwann hingebaut."

Im Prinzip ist auf dem schmalen, schlauchförmigen Gelände im Wald - das an der Straße zwischen Neuenplos und Dreschenau liegt - alles selbst gezimmert. "Anfangs hat da nur eine kleine Hütte gestanden", sagt Netsch. An die ist mittlerweile angebaut worden. Dazu kommen eine Bratwurstbude und eine Bar. Strom liefert ein Notstromaggregat, und es gibt fließendes Wasser: "Früher hatten wir nur ein riesiges Wasserfass vom Altenploser Schäfer dastehen", erinnert sich Daniel Netsch.

Stefan Kirschner ist einer der Männer der ersten Stunde. Damals, vor etwa 30 Jahren, hat die sogenannte Flurschaden GmbH - eine Gruppe aus etwa acht jungen Jeep-Fahrern - bereits auf eben jenem Waldgrundstück ihre Partys gefeiert. Kirschner war einer von ihnen.

Der Besitzer des Geländes ist, auch heute noch, ein Berliner, der vor Jahrzehnten wohl einmal gedacht hat, mit dem Kauf ein vermeintliches Schnäppchen getätigt zu haben - und es später "an die Bodners Rosi" verpachtet hat.

"Die private Gartenparty" ist allmählich gewachsen und wurde schließlich in ihrem Umfang zu groß für ihre ursprüngliche, zwanglose Struktur. "Als der Pachtvertrag mit den Bodners ausgelaufen ist, haben wir das Grundstück gepachtet."

In den ersten Kerwa-Jahren war noch ziemlich viel improvisiert. "Wir hatten keine Kühlmöglichkeit und die Bierfässer deshalb in einem Felsenkeller gelagert", sagt Dominik Netsch. Mittlerweile feiern bis zu 500 Gäste Kirchweih in Arschlochhausen. Und ein Opernsänger von den Festspielen soll auch schon hier gewesen sein. So wird es zumindest behauptet. Der Ursprung des "Ortsnamens" lässt sich heute nicht mehr rekonstruieren. "Da, wo halt die Arschlöcher hausen", meint Oliver Engelhardt. "Oder, weil es halt ein ziemliches Arschloch-Gelände ist", sagt Daniel Netsch. Wie auch immer: "Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, haben wir ein Königreich draus gemacht."

 

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