Kellerduell beim FSV Bayreuth

Von Jürgen Schott

Es geht auch nur um drei Punkte, aber das sind „Big Points“, die im Duell des FSV Bayreuth gegen den SSV Kasendorf vergeben werden. Am Sonntag um 14 Uhr trifft an der Prellmühle der Vorletzte der Landesliga Nordost auf den Letzten. Gewinnt der Gastgeber, wahrt er seine Chance auf einen der Relegationsplätze.

Pötzinger gegen Kasendorf. Doch hier ist nicht der Trainer des FSV Bayreuth Gegner von Sebastian Wirth (rechts) aus dem SSV-Team, sondern dessen Sohn Julian, der für den TSV Neudrossenfeld spielt. Foto: Peter Mularczyk Foto: red

SSV acht Punkte, FSV zehn, Dergahspor Nürnberg zwölf – so steht es im Kampf des Trios, aus dem zwei Mannschaften möglicherweise direkt absteigen müssen. „Natürlich heißt es: So ein Spiel müssen wir gewinnen. Aber genau diesen Satz sagt der Gegner auch“, weiß Jörg Pötzinger, der Bayreuther Trainer. Er kann am Sonntag Marc Kellner wieder einsetzen, dafür konnte Sven Rosenzweig nach einem Schlag auf den Fuß beim 0:2 in Vach vorerst nicht trainieren.

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Oft Lob, selten Punkte

In den drei Heimspielen bis zur Winterpause – es geht dann noch gegen Baiersdorf und Pegnitz - optimal zu punkten, ist das Ziel des FSV. Illusion? „Wir kommen in jedem Spiel zu zwei, drei richtig guten Chancen – und machen die nicht rein. Andererseits kriegen wir einfache Gegentore“, klagt Pötzinger. „Auch vor einer Woche wieder die alte Leier: Wir bekamen nach dem Spiel viel Lob, und keiner versteht, warum wir erst zehn Punkte haben...“

Sieben ihrer  Zähler haben die Bayreuther durch Unentschieden geholt, wenigstens das „Big-Point-Spiel“ bei Dergahspor für sich entschieden . Kasendorf hat immerhin zweimal gesiegt (in Neudrossenfeld und auch gegen Dergahspor).

Beim SSV wurde Michael Werzer vor dem 15. Spieltag als Trainer abgelöst und nach der „Trennung in beiderseitigem Einvernehmen“ vom 26 Jahre alten Christoph Wächter ersetzt, der zuvor als Torwart und Torwarttrainer dem Kader angehörte und bei seinem einzigen Saisoneinsatz nach einer halben Stunde verletzt das Feld räumen musste.

Bayreuther Vergangenheit

Von 2009 bis 2011 hat Wächter übrigens in Bayreuth im Tor gestanden (28 Punktspiel-Einsätze für die SpVgg). Unter ihm hat das Team aus dem Landkreis Kulmbach freilich noch keinen Punkt geholt und in den vergangenen drei Partien jeweils drei Treffer einstecken müssen.

„Er setzt auf den Kampfgeist des Teams, das durch einen Sieg am Sonntag Schwung bekommen würde“, weiß Pötzinger, der ja ebenfalls eine Altstadt-Vergangenheit hat. „Man kennt sich, auch wenn ich nie Christoph Wächter betreut habe, sondern nur seinen kleinen Bruder“, erzählt der 43-Jährige.

Später Ausgleich im Hinspiel

Beim 1:1 im Hinspiel war der FSV in Kasendorf durch Alexander Koßmann erst in der 83. Minute in Führung gegangen. Doch Timo Jahrsdörfer, der Wächter nun als spielender Co-Trainer zur Seite steht, glich für die dezimierten Hausherren (Gelb-Rot für Matthias Pistor nach 53 Minuten) noch aus. Pötzinger: „Dieses Unentschieden war letztlich okay, aber wenn du klarste Chancen liegen lässt und ganz zum Schluss noch den Ausgleich einfängst, hast du eben zwei Punkte verschenkt.“

FSV Bayreuth: Pachelbel – Röthlingshöfer, Schuberth, Kellner, Menzel, Düngfelder, Koßmann, Schmidt-Hofmann, Schwarzer, Rosenzweig, Schöpf, Konradi, Leykauf, Urban, Philipp, Eichmüller.