Der Haushalt der Stadt Kulmbach für das kommende Haushaltsjahr 2015 umfasst 63,3 Millionen Euro (Vorjahr: 62 Millionen). Der Verwaltungshaushalt fällt mit 54,6 Millionen Euro höher aus als im Vorjahr (53,3 Millionen), der Vermögenshaushalt mit 8,6 Millionen Euro dagegen niedriger (2014: 8,7 Millionen). Alle Fraktionen und Gruppierungen im Stadtrat stimmten dem Haushaltsplan zu.
Nur bei den Themen Wasserpreis, Kanaleinleitungsgebühren und Verlustausgleich für die Freizeiteinrichtungen scherte die SPD aus. „Da hört bei uns der Spaß auf“, sagte Fraktionsvorsitzender Ingo Lehmann in seiner Haushaltsrede in der Stadtratssitzung am Donnerstag. Der höhere Grundpreis beim Wasser (20 Cent/Kubikmeter) und die neue Grundgebühr (30 Euro/2,5 Kubikmeter) für den Kanal würden den Stadtwerken Umsatzsteigerungen von je 260 000 Euro einbringen. Dass zusätzlich die mengenbezogenen Gebühren für Wasser und Abwasser erhöht würden, sei sozial nicht mehr vertretbar, kritisierte Lehmann. „Für einen Drei-Personen-Haushalt sind das 124,20 Euro Mehrbelastung im Jahr.“
Der Verlustausgleich für die Stadtwerke würde 1,4 Millionen Euro betragen. „Sagen Sie mir, was ich streichen soll“, konterte Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) die Kritik aus den Reihen der SPD. Die Übernahme durch die Stadt hätte nur neue Schulden bewirkt. Und im Übrigen sei dieser in der Zeit seiner Vorgängerin Inge Aures (SPD) auch nicht vollständig geleistet worden.

Die Stadt Kulmbach komme dank einer strengen Ausgabendisziplin ohne neue Schulden aus. Wie in den Vorjahren vertraue er auf die heimische Wirtschaft, sagte Schramm. Daher gehe der Haushalt von hohen Gewerbesteuereinnahmen (16,8 Millionen Euro) aus. Der Ansatz sei „optimistisch, aber nicht unrealistisch“: Im vergangenen Jahr habe es einen erfreulichen Zuwachs bei der Einkommens- und Umsatzsteuer gegeben. Im Haushalt 2015 werde daher vom Vorjahresansatz ausgegangen: 10,8 Millionen Euro Einkommenssteuer, 1,9 Millionen Umsatzsteuer.
Kämmerin Stefanie Heiß nannte den Haushalt einen „Kompromiss des Machbaren“. So würde in das Erscheinungsbild der Stadt ebenso investiert wie in den kulturellen Sektor und in die Kinderbetreuung. Trotz knapper Finanzmittel.
Für die Wiederbelebung der Alten Spinnerei und des ehemaligen Kaufplatzes sind im Haushaltsplan 2,2 Millionen Euro vorgesehen. Der städtische Eigenanteil beträgt 660 000 Euro, da das Vorhaben überwiegend aus Fördermitteln finanziert wird. Für schnelles Internet gibt die Stadt 700 000 Euro aus. Als Planungskosten für den Architektenwettbewerb zur Erneuerung des Zentralparkplatzes sind 600 000 Euro veranschlagt. Für die Straßensanierung werden im kommenden Jahr 300 000 Euro bereit gestellt. Rund 12 Millionen Euro Kreisumlage zahlt die Stadt an den Landkreis. Das zeige, „wie wichtig eine starke Stadt Kulmbach für den gesamten Landkreis ist“, unterstrich Schramm.
Ihr mittlerweile umfassendes Angebot für Familien lässt sich die Stadt einiges kosten. Während die Ausgaben im Jahr 2007 noch bei 2,7 Millionen lagen, betragen sie 2015 rund 6,1 Millionen. Während die Kosten immer mehr steigen, geht die Zahl der Geburten allerdings immer mehr zurück.