Die Geschäftsführung des zweitgrößten bayerischen Airports habe sich entschlossen, für fast alle der rund 1000 Beschäftigten für die nächsten drei Monate Kurzarbeit anzumelden. Nicht notwendige Investitionen würden verschoben. «Es kommt alles auf den Prüfstand, was für 2020 geplant war», sagte ein Sprecher. Der touristische und der Geschäftsflugbetrieb stehen derzeit in Nürnberg fast still. 

Der Airport bleibt dennoch betriebsbereit. Unter anderem würden Ambulanzflüge des ADAC und anderer Anbieter sowie Frachtverkehr abgewickelt, hieß es. Das Gros des Normalbetriebes seien jedoch Passagierflüge. «Das ist derzeit weitestgehend auf Null gefahren», sagte der Flughafensprecher. 

Im vergangenen Jahr hatte der Flughafen 4,11 Millionen Passagiere gezählt. Das waren acht Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Als Ursache gab der Flughafen vor allem den Ausfall der Flüge der insolventen Airline Germania an - aber auch konjunkturelle Gründe. Im Tourismusverkehr seien die Fluggastzahlen 2019 um 30 Prozent eingebrochen. 

Auch ohne die Corona-Krise war der Flughafen Nürnberg bereits davon ausgegangen, dass die Vier-Millionen-Grenze bei den Passagieren im laufenden Jahr nicht erreicht werden kann. Unter anderem hatte die Fluggesellschaft Ryanair angekündigt, einen großen Teil ihrer Flüge von und nach Nürnberg zu streichen. 

Durch die Corona-Krise drohen dem Flughafen erneut mehrere Hunderttausend Fluggäste verlorenzugehen. Im vergangenen Jahr hatte der Airport eigenen Angaben zufolge bei einem Umsatz von 103,3 (Vorjahr: 109,6) Millionen Euro unter dem Strich einen Gewinn von 3 Millionen Euro gemacht - mehr als eine Million Euro weniger als 2018. Die Zahl der Flugbewegungen war mit gut 61 000 um sieben Prozent rückläufig. Das Frachtaufkommen ging 2019 im Vergleich zum Vorjahr um fast 14 Prozent auf 7179 Tonnen zurück. 

Das Unternehmen habe durch die Gewinne der vergangenen Jahre ein finanzielles Polster, betonte der Sprecher. Der Flughafen ist in öffentlicher Trägerschaft. Gesellschafter sind zu gleichen Teil die Stadt Nürnberg und der Freistaat