Kein Geld für ein Hallenbad: Schwimmwochen für die Schüler?

Das Lehrschwimmbecken wird wohl nicht kommen. Aber für die Schüler ist eine schwimmtechnische Alternative geplant. Foto: dpa/Stephanie Pilick

Im Landkreis Kulmbach fehlt es einigen Gemeinden bei den Finanzen. Ein Lehrschwimmbecken ist deshalb wohl nicht drin. Deshalb sucht man pfiffigen nach Alternativen.

Neuenmarkt/Wirsberg - Der Bau eines Lehrschwimmbeckens an der Grund- und Mittelschule Neuenmarkt-Wirsberg ist vorerst kein Thema. Verbandsvorsitzender Alexander Wunderlich sprach von einem Mammutprojekt, das in der jetzigen Zeit schwer umzusetzen sei. Vielmehr hatte Wunderlich einen anderen Vorschlag: Die Einführung von Schwimmwochen in den beiden Freibädern von Wirsberg und Himmelkron, um den Kindern das Schwimmen zu lernen: „Jeder Monat, in dem wir das Projekt nicht in die Tat umsetzen, ist ein verlorener Monat. Ich denke, dass wir in diesem Sommer in Abstimmung mit unserer Schulleitung starten können.“

Der Markt Wirsberg hatte zuvor den Bau eines Lehrschwimmbeckens ins Spiel gebracht und einen Antrag für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie mit Kostenschätzung, Abschätzung der Folgekosten und Klärung staatlicher Fördermöglichkeiten vorgestellt. Die Gemeinde sprach von „einem wichtiger Standortfaktor für den Nahraum“. Außerdem würde das Projekt die millionenschweren Investitionen in den Schulkomplex mit Dreifachsporthalle gut ergänzen. Hinzu komme, dass ein Schulschwimmbecken in Verbindung mit den Sommerbädern Himmelkron und Wirsberg sowie dem Goldbergsee Marktschorgast und Badesee Trebgast das gesamte Jahr über schulischen Schwimmsport und Aktivitäten für Vereine garantieren würde. Der Markt Wirsberg kam in seinem Antrag zum Ergebnis: „Nachdem die vier Kommunen mit eigenen Sommer-Schwimmmöglichkeiten ihre Bäder auch selbst unterhalten, sollte es fünf Schulverbandskommunen möglich sein, ein zukunftsweisendes Gemeinschaftsprojekt zu schultern.“

Verbandsvorsitzender Alexander Wunderlich gab dazu die Stellungnahme aus dem Rathaus Neuenmarkt bekannt, die für den Mittelschulverband zuständig ist. Danach müsse mit Kosten von 5,2 Millionen Euro kalkuliert werden und die staatliche Förderung liege bei 75 Prozent. Nicht unerheblich sei ein jährliches Defizit bei den Unterhaltungskosten, das bei einem 25-Meter-Becken mindestens bei 100 000 Euro liegen würde. Entscheidend für eine Förderung sei aber, dass ein schulischer Bedarf von grundsätzlich mindestens 40 Sportklassen vorausgesetzt werde. „Wir verfügen aber nur über 17 Klasse“, so Wunderlich. Er sei allerdings in enger Abstimmung mit Rektor Mathias Liebig und Konrektorin Eva-Maria Sachs. Daraus sei der Plan mit den Schwimmwochen entstanden. „Darunter verstehe ich, dass die Klassen über drei bis vier Wochen im Wechsel nach Wirsberg oder Himmelkron in die Freibäder gebracht werden und dort zwei, drei Stunden hintereinander Schwimmunterricht bekommen.“ Die Erfahrung zeige, dass ein Kind ab dem 5. Lebensjahr bei 20 Übungsstunden á 30 Minuten bereits in der Lage sei, die Prüfung zum „Seepferdchen“ abzulegen. „ Ich denke, das ist nicht nur für die Kinder ein Gewinn, sondern auch für die Eltern. Es ist auch für unseren Schulverband eine kostengünstigere Variante, die von den Bürgermeistern Jochen Trier, Gerhard Schneider und Herwig Neumann so mitgetragen wird.“

 

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