Katzen in Paket geschnürt „Das war Tötungsabsicht“

Entsetzen bei der Tierrettung Bayreuth: Ein junges Paar aus Forchheim hat nach Aussagen von Patricia Fuß-Beschta am Südfriedhof ein fast luftdicht verklebtes Paket gefunden, in dem zwei Katzen eingeschnürt waren. Das junge Paar reagiert schnell und stellt Kontakt zum Tierheim her. Die Katzen sind in einem schlimmen Zustand. Aber: Sie leben – und können es vielleicht sogar schaffen.

Bayreuth - „Das war Tötungsabsicht!“, sagt Patria Fuß-Beschta von der Tierrettung Bayreuth ganz unverblümt. Sie spricht über zwei Katzen, die am Sonntag von einem jungen Paar am oberen Ausgang des Südfriedhofs in einem fast komplett mit Klebeband verklebten Paket gefunden wurden. „Die Tiere wurden entsorgt“, steht für die Tierschützerin fest. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Polizei sucht Zeugen

Nach dem Polizeibericht von Dienstag fanden die beiden Besucher gegen 12 Uhr das „fast luftdicht verklebte Paket. Als sie das Bündel öffneten, bot sich ihnen ein trauriger Anblick. In dem Behältnis befanden sich zwei Katzen, die zwar noch am Leben waren, sich jedoch in einem erbärmlichen und kritischen Zustand befanden“, schreibt Jörg Braun von der Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt. „ Die beiden Tiere wurden umgehend in veterinärmedizinische Behandlung gebracht. Sie befinden sich zwar noch immer in einem lebensbedrohlichen Zustand, sind aber auf dem Wege der Besserung. Die Polizei Bayreuth Stadt hat nun die Ermittlungen wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz aufgenommen.“ Um herauszufinden, wer den beiden Katzen das Leid zugefügt habe, sei die Polizei jedoch auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. „Personen, die hierzu sachdienliche Wahrnehmungen gemacht haben, werden gebeten sich mit der Inspektion Bayreuth-Stadt unter der Rufnummer 09 21/5 06 21 30 in Verbindung zu setzen“, schreibt Braun weiter.

Fürchterlicher Gestank

Patricia Fuß-Beschta sagt im Gespräch mit dem Kurier, dass das junge Paar absolut richtig gehandelt habe. Wie sie weiter sagt, hätten die beiden, die nach ihren Informationen an dem Tag das Grab der Großmutter besucht hätten, „bereits auf dem Weg zu dem Paket, von dem ein Rascheln im Gebüsch zu vernehmen war, einen fürchterliche Gestank wahrgenommen“. Die beiden hätten „durch ein winziges Loch um Kartin Fell gesehen“ und das Paket zum Tierheim gebracht, das sie erst einmal ausfindig machen mussten, weil sie nicht ortskundig waren.

„Hoffentlich schaffen sie es“

Die Mitarbeiter des Tierheims hätten „einen erbärmlichen Zustand“ bei den Tieren festgestellt. „Über und über mit Urin und Kot bedeckt, völlig abgemagert und dehydriert“, sagt Fuß-Beschta, seien die Tiere gewesen. Die Tiere seien am Sonntag sofort zum Tierarzt gebracht worden, der ihnen Infusionen gelegt habe. Jetzt werden die Katzen mit speziellem Futter stabilisiert. „Eine hat freiwillig gefressen, die andere ist in kritischerem Zustand“, sagt Fuß-Beschta. Die Tiere müssten, wenn sie diese Tortur in dem Karton überstehen, auch weiter behandelt werden, „auch das Fell muss runter“, sagt die Tierschützerin. Sie spricht von zwei dem Zahnbild nach recht jungen Katzen, die „Milben und Ungeziefer haben“, die offensichtlich schon in „einem schlechten Zustand gewesen sein müssen“, bevor sie in den Karton gesteckt worden seien. „Hoffentlich schaffen sie es“, sagt Fuß-Beschta, die die Anzeige bei der Polizei gegen Unbekannt erstattet hatte.

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