Der Trump-Vertraute Graham reagierte prompt und bezeichnete die Entscheidung als "Game Changer". Er sei sehr erfreut, dass die drei Länder "nun in den Kampf einsteigen, um das Mutterschiff des Terrorismus zu versenken".
Wie auch immer der Schritt der Europäer zu verstehen ist: Geplant haben der US-Präsident und der israelische Ministerpräsident den Angriff auf den Iran jedenfalls ganz ohne die Verbündeten. Ein weiteres Zeichen dafür, wie weit beide Seiten schon auseinandergedriftet sind.
Merz hatte diese "Kluft" in den transatlantischen Beziehungen auf der Münchner Sicherheitskonferenz ziemlich schonungslos beschrieben - auch wenn er gleichzeitig für einen Neustart warb.
Zölle und Ukraine sind weitere Themen mit Konfliktpotenzial
Neben dem Iran geht es für den Kanzler in Washington noch um zwei weitere konkrete Themen mit Konfliktpotenzial, die er sicher ansprechen wird:
- Der Zollstreit zwischen den USA und der EU hat sich wieder zugespitzt, nachdem das Oberste US-Gericht Trump untersagt hatte, unter Berufung auf ein Notstandsgesetz Zölle auf den Import von Waren aus vielen Ländern zu verhängen. Daraufhin hatte der US-Präsident angekündigt, nun andere Wege zu nutzen, um seine Zölle weiterhin durchzusetzen.
- Die Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland unter Vermittlung der USA kommen nicht vom Fleck. Die europäischen Verbündeten der USA sind zwar eingebunden, spielen aber keine maßgebliche Rolle.
Als Merz vor neun Monaten wieder aus Washington zurückreiste, strotzte er vor Zuversicht. "Ich bleibe, was Amerika betrifft, ein unverbesserlicher Optimist", sagte er damals vor seinem Abflug. Dass der Kanzler am Dienstagnachmittag ähnlich unbeschwert zurückreist, ist eher unwahrscheinlich.