So sensationell die plötzliche Wiederauferstehung der Kanzer für Außenstehende sein mag, so nachvollziehbar ist sie für Dominik Hofmann. Der 28-Jährige war Teil des Problems, das nun behoben wurde. Nicht weil er als Kapitän besondere Verantwortung trägt, sondern weil er, einer der Leistungsträger, 16 von 18 Spielen verletzungsbedingt verpasst hatte. Nicht viel anders war das bei Abwehrchef Johannes Heim oder Torjäger Nicolas Strohfuß, der zuletzt in Kirchenlaibach einen Dreierpack schnürte. Die Liste der Ausfälle in der ersten Saisonhälfte ließe sich noch weiter fortsetzen. Eine Latte an Stammkräften fehlte.

„Wir haben oft improvisieren und mit Spielern aus der Zweiten auffüllen müssen. Dass dann die Qualität gefehlt hat, ist doch nur logisch“, sagt Dominik Hofmann. Der findet es auch nur logisch, dass Spieler wie der 20-jährige Matteo Kolb, der in den ersten beiden Spielen nach dem Restart viermal getroffen hat, mit mehr Qualität im Kader nun besser zur Geltung kommt als vor Corona.

Neuer Trainer entfacht das Feuer

Die Rekonvaleszenten sind der eine, der neue Trainer der andere Grund für die Wende. Der Kanzer Kapitän unterstreicht, dass sein Vater Uwe „wichtige Impulse“ geliefert und „das Feuer neu entfacht“ habe. „Er hat uns vor allem bei der ersten Spielersitzung gleich vorgerechnet, dass wir nur acht Punkte Rückstand haben und dass wir mit zwei Siegen nach dem Start wieder voll dabei sind.“

Der Glaube versetzte Berge, und die Rechnung ging auf. Allerdings will Uwe Hofmann „unbedingt“ eine Lanze für seinen Vorgänger brechen. „Hätte Heiko Gröger den Kader zur Verfügung gehabt, den ich jetzt habe, hätte es anders ausgesehen. Ganz anders.“ Und auch sein Sohn sagt, dass das Rad auf dem Training nicht neu erfunden wurde. „Wie der Heiko legt mein Vater viel Wert auf spielerische Aspekte. Aber auch Teamgeist und Zusammenhalt sind ihm ungemein wichtig.“

Uwe Hofmann von der Mission Klassenerhalt überzeugt

Der 58-jährige Trainerfuchs hat bereits zum vierten Mal bei den Kanzern angeheuert, und auch diesmal hatte er die Vision, dass seine Mission erfolgreich sein wird. „Wäre ich davon nicht überzeugt gewesen, hätte ich es nicht gemacht.“ Die zwei fulminanten Auftaktsiege sind schon einmal ein gutes Fundament für einen erfolgreichen Endspurt. Der Rückstand zu Relegationsplatzinhaber SV Mistelgau beträgt nur noch drei Zähler, der zu Kirchenlaibach, den Inhaber des letzten Nichtabstiegsplatzes, fünf Punkte. „Wir wollten eine kleine Flamme entzünden und daraus ein Feuer machen. Das haben wir geschafft“, sagt Uwe Hofmann. „Nun soll daraus ein Flächenbrand werden.“ Dementsprechend sollte auch der SSV Kasendorf eine Menge Löschwasser mitbringen. Der Bezirksliga-Zweite ist am Sonntag zu Gast auf dem Sportplatz unterhalb der Eremitage.