Kammer-Umfrage Handwerkskonjunktur bleibt auf Kurs

Symbolfoto: dpa

BAYREUTH. Guter Start ins neue Jahr für das oberfränkische Handwerk: 88 Prozent der befragten Betriebe waren mit ihrer Geschäftslage in den ersten drei Monaten des Jahres 2019 zufrieden, teilte die Handwerkskammer für Oberfranken (Bayreuth) mit. 

„Auch 2019 können wir wieder von einem starken Jahresauftakt für die Handwerkskonjunktur in Oberfranken sprechen“, freut sich Thomas Zimmer, Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken. „Es ist gut, dass unsere Mitgliedsbetriebe wieder optimistischer geworden sind, was ihre Erwartungen betrifft“, so Zimmer weiter. „So hat sich der Geschäftsklimaindex im Handwerk – entgegen der konjunkturellen Abkühlung in der Gesamtwirtschaft – wieder etwas erholt und steigt nun auf 119 Punkte.“

Was sich 2018 konjunkturell bereits angekündigt hatte, scheint nun einzutreffen: Das Handwerk bleibe auf Wachstumskurs, verliere aber leicht an Dynamik. „Richtig bremsen lassen sich die Handwerksbetriebe allerdings nicht“, sagt der Präsident. Zwar erreiche der Index nicht mehr die Rekordwerte aus dem Jahr 2017, sei aber dennoch sehr hoch. „Der Wert von 119 Punkten entspricht dem Jahresmittel von 2018, für ein erstes Quartal ein Spitzenwert. Das stimmt uns positiv für den weiteren Jahresverlauf.“

Auch aus den Indikatoren der oberfränkischen Handwerkskonjunktur lasse sich eine wirtschaftliche Abkühlung, wie etwa in der Industrie, nicht herauslesen. „Es sind die außergewöhnlich hohen Auftragsbestände, die dem Handwerk Stabilität geben“, erklärt der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Thomas Koller. „Der Durchschnitt von derzeit 9,8 Wochen ist ein absoluter Rekordwert. Selbst wenn die Nachfrage nachließe, hätten die Handwerkerinnen und Handwerker in Oberfranken noch lange zu tun.“

Besonders deutlich zeige sich diese Entwicklung in den Bau- und Ausbauhandwerken. Thomas Koller führt dazu aus: „Knapp die Hälfte der Gewerke im Bauhaupt- und im Ausbaugewerbe gaben an, zu mindestens 90 Prozent  ausgelastet zu sein. Die Auftragsreichweiten der Bauhandwerker betragen momentan im Schnitt sogar 14 Wochen.“

Wachstumsbremse seien somit nicht fehlende Aufträge, sondern der hohe Fachkräfte- und Nachwuchsbedarf. „Trotz ausgelasteter Kapazitäten und hoher Reichweiten, wird verhältnismäßig wenig Beschäftigung aufgebaut. Unsere Mitglieder brauchen schlicht mehr qualifizierte Kräfte und interessierten Nachwuchs“, so der Hauptgeschäftsführer.

Einschätzungen aus einzelnen Handwerkszweigen:

  • Im Durchschnitt aller Branchen ist die Zufriedenheit mit der Geschäftslage weiterhin hervorragend (51 Prozent gut, 37 Prozent befriedigend).
  • Die hervorragende Konjunktur der Bau- und Ausbauhandwerke reißt nicht ab. Jeweils über 90 Prozent sind mit der Geschäftslage zufrieden und 40 Prozent der Betriebe sind zu mindestens 90 Prozent ausgelastet.
  • Die leicht abgekühlte Konjunktur der Industrie wirkt sich aktuell nicht auf Zulieferer und Betriebe des gewerblichen Bedarfs im Handwerk aus. Ganz im Gegenteil: 54,5 Prozent berichten von einer guten, weitere 34,5 Prozent von einer befriedigenden Geschäftslage.
  • Weil auch für 2019 stabile Geschäfte bei Neuzulassungen und eine hohe Werkstattauslastung erwartet werden, startet das Kfz-Handwerk gut ins Jahr und weist eine bessere Geschäftslage als im Vorjahresquartal auf (38,5 Prozent gut, 46 Prozent befriedigend).
  • Die Konjunktur der Nahrungsmittelhandwerke entwickelte sich etwas verhaltener als im Durchschnitt, dennoch ist eine deutliche Mehrheit (78 Prozent ) mit ihren Geschäften zufrieden.
  • Die Gesundheitshandwerke konnten im Vergleich zu den Vorquartalen ihre Geschäftslage stabil halten (38,5 Prozent gut, 38,5 Prozent befriedigend).
  • Friseure und Kosmetiker mussten zu Jahresbeginn leichte Einbußen hinnehmen und stehen zwar etwas schlechter als im Vorjahr, aber weiterhin gut da (30 Prozent gut, 43,5 Prozent befriedigend).
 

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