Kameramuseum Wehmütiger Blick hinter die Kulissen

red
In der Treppenhausgalerie des Kameramuseums unterhielt Museumsgründer Kurt Tauber (Zweiter von rechts) die Besucher mit Geschichten und Anekdoten aus den letzten 14 Jahren, denn die Anfänge des Plecher Museums gehen auf das Jahr 2008 zurück. red Foto: Deutsches Kameramuseum/Thomas Wanka

Zum „11-Jährigen“ des Kameramuseums in Plech: 60 Besucher informierten sich über das Erreichte.

PLECH. Seit elf Jahren besteht heuer das „reale“ Deutsche Kameramuseum im Obergeschoss der Plecher Grundschule, das „virtuelle“ Museum gibt es schon seit 25 Jahren. Nachdem die geplanten Feiern zum Zehnjährigen im vergangenen Jahr wegen Corona ins Wasser fielen, wollten die Museumsmacher in diesem Jahr zum „11-Jährigen“ an diese Zeit voller Euphorie, Improvisationen und hochfliegender Pläne erinnern.

Angesichts der Vielzahl von Veranstaltungen nicht nur in Plech an diesem Wochenende sind die Museumsmacher mit der Resonanz des Tags der offenen Tür am Sonntag, 2. Oktober, durchaus zufrieden. Schließlich hatte man sich den Termin und die Veranstaltung erst zwei Wochen vorher einfallen lassen. Aber so ganz ohne Rückblick wollte man nach dem wegen Corona ausgefallenen „Zehnjährigen“ das „Schnapszahlenjubiläum“ nicht vorbeigehen lassen. Schließlich hätten viele der heute Aktiven die Anfangsjahre gar nicht miterlebt, sondern stießen erst im Laufe der Jahre dazu.

Bei der zwanglosen Vernissage in der Aula waren die Museumsmacher und -Freunde noch weitgehend unter sich, doch bis zum Spätnachmittag wurden rund 60 interessierte Besucher aus Plech, den Nachbarorten und aus ganz Franken willkommen geheißen, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins.

Pünktlich zu diesem „Schnapszahlenjubiläum“ hat Museumsgründer Kurt Tauber in seinen Fotoarchiven gekramt und eine Bilderstrecke für die Treppenhausgalerie zusammengestellt, die einen eindrucksvollen Blick hinter die Kulissen gestattet. Viele der heute Aktiven im Verein hätten nämlich diese „wilden Anfangszeiten gar nicht miterlebt“, die wenigsten Besucher hätten verfolgen können, wie alles anfing, was sich hinter den Kulissen so getan hat, was in all den Jahren an Bauarbeiten geschah, an Neuzugängen bewältigt und an Ausstellungen und Workshops organisiert wurde. Die Bilderschau vermittle genau diese Eindrücke „von damals“.

Geschichten und Anekdoten

Bei der Vernissage in der Treppenhausgalerie des Kameramuseums unterhielt Tauber die Besucher mit Geschichten und Anekdoten aus den letzten 14 Jahren, denn die Anfänge des Plecher Museums gehen auf das Jahr 2008 zurück. Tauber erinnerte daran, dass man ohne jegliches Vereinsvermögen gestartet sei. Die ersten Vitrinen wurden beispielsweise mithilfe von Privatdarlehen der Gründungsmitglieder angeschafft. Dass das „Jubiläum“ nicht größer gefeiert wurde, hänge auch damit zusammen, dass beispielsweise Thomas Wanka, Kurt Tauber und Alexander Eisgrub seit Monaten täglich mit dem Relaunch der Webseiten schwer beschäftigt gewesen seien.

Die Beta-Version www.kameramuseum.de zeige bereits, wo die Reise hingehe: Es entstehe eine umfassende Datenbank mit bald Tausenden von Exponaten, die später auch nach bestimmten Kriterien sortiert werden könnten. Zum Beispiel nach Namen, Kameratyp, Filmtyp, Negativformat, kürzeste Verschlusszeit, Lichtstärke des Objektivs, Hersteller, Produktionsort, Gehäusematerial, Gewicht und vieles mehr. Fördervereinsvorsitzender Thomas Wanka: „Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des Deutschen Kameramuseums in Plech.“

Und erstmals könnten auch Schätze integriert werden, die nicht der Stiftung Kameramuseum Kurt Tauber gehören, sondern externen Sammlern. Den Anfang macht die Digitale Nikon-Ausstellung mit den Geräten von Ralf Peter Müller.

 

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