New York - „Vogue“-Chefin Anna Wintour hat ein umstrittenes Foto der künftigen US-Vizepräsidentin Kamala Harris auf der Titelseite des Modemagazins verteidigt. Die lässig wirkende Aufnahme sei „fröhlich und optimistisch“, sagte Wintour in einem am Dienstag veröffentlichten Podcast der „New York Times“-Journalistin Kara Swisher. Das Foto sei „charmant und so entspannt“ - und Harris sehe „fantastisch“ aus.

„Natürlich haben wir die Reaktion auf das Print-Cover gehört und verstanden“, erklärte die Mode-Päpstin zudem in einer separaten Stellungnahme. „Ich will wiederholen, dass es überhaupt nicht unsere Absicht war, die Bedeutung des unglaublichen Siegs der gewählten Vizepräsidentin irgendwie zu schmälern.“

Das kürzlich publik gemachte Titelfoto der Februar-Ausgabe der „Vogue“ zeigt Harris lächelnd in T-Shirt und Blazer, in engen Jeans und Chucks. Die künftige Vizepräsidentin - die erste Frau und erste Afroamerikanerin in diesem Amt - steht dabei vor grünem und rosafarbenem Hintergrund.

Die Aufnahme sorgte schnell für Wirbel: Internetnutzer bezeichneten das Foto als Respektlosigkeit gegenüber der künftigen Nummer zwei der USA. Kritik wurde auch an der fahrig wirkenden Beleuchtung laut, die Harris blass erscheinen lässt.

Auch Kamala Harris selbst soll konsterniert sein

Für Verwunderung sorgte, dass eine vom selben Fotografen gemachte Aufnahme der 56-Jährigen in einem eleganten blassblauen Hosenanzug im Innenteil der „Vogue“ und nicht auf dem Titel landete. Auch Harris selbst soll Medienberichten zufolge überrascht über die Auswahl gewesen sein. Das Foto mit dem Hosenanzug wurde schließlich als Digital-Cover veröffentlicht.

Wintour sagte der „New York Times“ nun, das Titelfoto zeige eine „Frau, die die Kontrolle über ihr Leben hat, die uns zusammen mit dem gewählten Präsidenten (Joe Biden) die Führungsqualitäten bringen wird, die wir so sehr brauchen“. Es sei ein „einladendes“ Bild.

Harris und Biden werden am Mittwoch kommender Woche vereidigt. Sie hatten sich bei der Präsidentschaftswahl vom 3. November gegen Präsident Donald Trump und dessen Vize Mike Pence durchgesetzt.