Ministerium will Gesetze ändern
Das Justizministerium in München will wegen des Skandals um die Misshandlungsvorwürfe in Augsburg-Gablingen die Vorgaben und auch die Gesetze ändern. Minister Georg Eisenreich (CSU) will insbesondere, dass künftig Gefangene ohne Einschalten des Gerichts nur noch maximal 72 Stunden lang in den umstrittenen bgH untergebracht werden dürfen. Danach müsse die Maßnahme von einem Richter überprüft werden.
Auch die psychiatrische Versorgung der Häftlinge in den bayerischen Gefängnissen soll verbessert werden. Eisenreich hatte eine Expertenkommission beauftragt, Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten.
Die Grünen im Landtag fordern, dass der juristischen auch eine politische Aufarbeitung folgen müsse. "Es gibt Strukturen, die das begünstigt haben in ganz Bayern", sagte der Justizsprecher der Grünen-Fraktion, Toni Schuberl.
Es laufen noch weitere Ermittlungsverfahren
Die JVA Augsburg-Gablingen ist erst seit etwa einem Jahrzehnt in Betrieb und gilt als eine der modernsten Haftanstalten im Freistaat. Ausgelegt ist das Gefängnis für etwas mehr als 600 Strafgefangene.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt unterdessen weiter gegen noch andere Justizbeamte des Gefängnisses. Wann diese Verfahren abgeschlossen werden, ist bis jetzt nicht bekannt. Details dazu, auch zu der Zahl der weiteren Beschuldigten, nennt die Ermittlungsbehörde nicht.
Im Rahmen der bisherigen Ermittlungen habe die Staatsanwaltschaft zusammen mit der Kripo mehr als 330 Zeugen vernommen, 17 Mobiltelefone mit 2,6 Millionen Chatnachrichten sowie 4,5 Millionen sonstige Dateien ausgewertet.