Wasserbehälter Winterleite Edelstahl anstatt nur Beton

Dicht wie eine Dose ist jetzt die erste Wasserkammer des Hochbehälters an der Pegnitzer Winterleite. Bei dieser Aufnahme steht das Trinkwasser etwa einen Meter hoch. 1000 Kubikmeter passen in jede der beiden Kammern. Foto: Juragruppe

Die Baustelle ist eigentlich gar nicht sichtbar. Und trotzdem wird eine Menge Geld in die Hand genommen. Der Wasserversorger Juragruppe investiert rund 1,7 Millionen Euro in die Komplettsanierung des Hochbehälters an der Winterleite in Pegnitz. Eine der beiden Kammern, die jeweils 1000 Kubikmeter Wasser fassen, geht jetzt in Betrieb.

Pegnitz - „Aktuell befindet sich der Hochbehälter bei 50 Prozent der auszuführenden Maßnahmen“, so Daniel Hofmann, Bautechniker bei der Juragruppe. Baubeginn war Mitte September 2020. Dazu ging es zunächst in die „Unterwelt“. Im sogenannten Rohrkeller wurden sämtliche Leitungen mit Edelstahl erneuert und deren Durchmesser deutlich vergrößert. Dimensionen für Zu-, Entnahme-, Entleerungs- und Belüftungsleitungen wurden bis zur Größe von 300 Millimetern installiert.

Druckminderer als Provisorium

Gleichzeitig mussten an den Wänden des Behälters die vorhandenen Mauerdurchführungen erneuert werden. „Hierzu mussten umfangreichere Anpassungsarbeiten außerhalb des Hochbehälters ausgeführt werden“, so Hofmann. Um auch in die Wasserkammern neue Rohre einbringen zu können, mussten diese von der Versorgung genommen werden. Am Leitungsnetz wurde ein Druckminderer als Provisorium installiert, der die komplette Wasserverwaltung des Hochbehälters übernahm und damit die Pegnitzer Haushalte mit Trinkwasser versorgte.

Nach Fertigstellung der Verrohrungsarbeiten konnte mit der Betonsanierung der linken Wasserkammer begonnen werden, die rechte ging wieder in Betrieb. Es wurden verschiedene Einbauten, die der Planung nicht mehr entsprachen, mit großen Betonsägen abgebaut. Dazu gehörte auch der Abbruch eines früheren Füllbeckens, das nicht mehr benötigt wird, und der Durchbruch der Wasserkammerbrüstung für die Installation einer Drucktür, die zukünftig zu Reinigungszwecken geöffnet werden kann.

Als Nächstes wurde die Kammer gereinigt – an Boden, Wänden und Decke immerhin circa 900 Quadratmeter. Danach erfolgte eine Prüfung auf Schadstellen. Hofmann: „Die wenigen im Beton befindlichen Schäden, die durch Hochdruckwasserstrahlen bis zu 1000 Bar sichtbar geworden sind, wurden freigelegt, konserviert und wieder verschlossen. Sodass sich die linke Wasserkammer wieder in einem einwandfreien statischen Zustand befindet.“

Dann folgte die Edelstahlauskleidung. Das Gewerk wurde Anfang Dezember begonnen und die Arbeiten dauerten bis Anfang März. „Das Auskleiden der Wasserkammer mit dem Edelstahlblech ist eine zeitintensive Maßnahme“, so Hofmann. „Besonders bei den Bauteilen wie Ecken, Stützen, der Überlaufrinne und der Kammerdecke musste über Kopf gearbeitet werden.“

Das Endergebnis ist eine zu 100 Prozent geschlossene Wasserkammer mit 1000 Kubikmetern Inhalt. „Aufgrund der kompletten Dichtigkeit musste eine separate Beatmungsverrohrung installiert werden, die die Luft über spezielle Filter reinigt um Verunreinigungen abzuhalten“, so der Bautechniker.

Aktuell werden Fliesenlegerarbeiten im Rohrkeller ausgeführt, die bis Ende März abgeschlossen sind. Zuvor wurde der Keller mit einem neuen Anstrich versehen.

Um die jetzt erneuerte linke Wasserkammer nach der Fertigstellung wieder in Betrieb nehmen zu können, wurde sie von einer Spezialfirma am 22. März gereinigt und abschließend desinfiziert. „Die entnommene Wasserprobe entspricht der Trinkwasserverordnung, sodass die Kammer Ende der Kalenderwoche 12 in Betrieb genommen wird.“

Der Abschluss der kompletten Sanierung ist für Oktober geplant. Es folgen die Betonsanierung der rechten Wasserkammer bis Ende Mai, die Edelstahlauskleidung bis Mitte August sowie Elektrotechnik-, Fliesen- und Malerarbeiten bis Ende August. Zur weiteren Vergabe steht aktuell noch die Deckenaußensanierung des Hochbehälters aus.

Die Ausschreibung ist laut Hofmann bereits erfolgt. Dazu gehören die komplette Erneuerung des Aufbaus auf den Wasserkammern samt Abdichtung und Isolierung. Für die Ausführung muss die ganze Decke der Wasserkammern freigelegt sowie anschließend die Abdichtung und Isolierung erneuert werden.

Als Rest werden dann noch die Pflasterung der Wege und die Einzäunung der Anlage erfolgen. Hofmann: „Die Gesamtkosten werden sich auf rund 1,72 Millionen Euro brutto belaufen.“

 

Bilder