Rocker sind Rebellen
Schon etliche Psychologen haben es sich zur Aufgabe gemacht herauszufinden, ob man anhand der Musik auf den Charakter schließen kann. Und tatsächlich soll das möglich sein, wie ein Versuch mit rund 100 Studenten zeigte: Jazz-Liebhaber werden als verantwortungslos, jedoch freundlich eingestuft. Labil, aber künstlerisch veranlagt scheinen dagegen die Rock-Fans zu sein, die auch eher als Rebellen betrachtet werden. Leute, die Klassik hören, werden eher als sympathisch und intellektuell, wenn auch als ziemlich langweilig betrachtet. Rap-Fans werden in der Wahrnehmung anderer zumeist positiv als athletisch und energetisch eingestuft, wirken jedoch eher feindselig als friedfertig. Klingt ein wenig nach Klischee, aber Ausnahmen bestätigen die Regel.
Alter = Musikgeschmack?
Der Musikgeschmack ist allerdings auch immer altersbedingt. Es ist logisch, dass der Altersdurchschnitt der Besucher eines Symphoniekonzerts in der Regel höher ist als der beim Auftritt einer Boygroup. Immerhin festigt sich der Musikgeschmack in der Jugend. Aber er kann sich auch schnell ändern: In 50 Jahren könnten also indonesische Volksgesänge total in sein, und die Jugendlichen stürmen die Konzerthallen, während Boygroups Schnee von gestern und total out sind. Die Generation, die jetzt die Hallen bei einer Boygroup zusammenschreit, wird in 50 Jahren immer noch auf diese Musik beharren, denn damit ist sie groß geworden. Die Boygroups der Zukunft sind das Symphoniekonzert von heute.
Kritik
Was Musikrichtungen über einen Menschen aussagen können, ist sehr interessant und trifft zum Teil auch auf Leute zu, die man kennt. Aber wie analysiert man jemanden, der jede Art von Musik gerne hört? Ist das dann ein total verrückter Typ? Oder eher ein Supertalent?