Auch diesmal verschlägt es die vier Freunde wieder nach Jumanji, diese so skurrile wie aufregende Mischung aus riesigem Abenteuerspielplatz, Märchenland und Videospiel. Erneut verwandeln sich die Teenager Spencer, Bethany, Martha und Fridge (die mittlerweile an der Uni sind), in erwachsene, von Jack Black oder Karen Gillan verkörperte Spiel-Charaktere.

Manches indes hat sich geändert: Zwar werden alle, wie im Vorgängerfilm von 2017, von einem gefräßigen Nilpferd empfangen, bald aber wandelt sich das Dschungel-Setting zur staubtrockenen Wüstenlandschaft. Jumanji-Fans erwarten zudem einige Überraschungen: So verwandelt sich diesmal nicht Spencer, der melancholisch-schmächtige Jugendliche, ins Powerpaket Dwayne Johnson, sondern ausgerechnet Spencers Opa (DeVito).

Das gefährlichste Spiel der Welt aber hält noch viele weitere Verwirrungen parat. Dass man in „Jumanji: The Next Level“ abwechselnd an Bewegtbildklassiker wie „Lara Croft“ (das kurvenbetonende Outfit der Schottin Karen Gillan), „Indiana Jones“ (Abenteuer pur), „Stand By Me“ (das Thema Freundschaft), „Mad Max“ (futuristisches Wüsten-Setting) oder auch „Game Of Thrones“ (frösteln machende Eislandschaften) denken muss, kann man dem Streifen sowohl als Stärke als auch als mangelnde Originalität auslegen.

Das Wiedersehen mit unseren vier „Helden“ (man möchte bei dem sympathisch- chaotischen Trupp viel eher von Antihelden reden) bereitet viel Freude. Bei erstmaliger Begegnung aber mit den Jumanjis dürfte eine ganze Reihe von Anspielungen, von Witzen und Neckereien unverständlich bleiben. Ohnehin übertreibt es der neue „Jumanji“ an manchen Stellen mit seiner Selbstbezüglichkeit; teils gar scheint Regisseur Kasdan Szenen von 2017 (in nur leichter Abwandlung) einfach noch einmal gedreht zu haben.

Die positiven Aussagen aber, die auch dieser Film zu transportieren sucht, die wird auch verstehen, wer von Jumanji zuvor noch nie gehört hat. Ging es im Film von 2017 („Willkommen im Dschungel“) vor allem um Team-Geist und Toleranz, so stehen diesmal Werte wie Versöhnung und Freundschaft im Vordergrund. Rührend vor allem die Momente, in denen ein sichtbar gealterter Danny DeVito seine Film-Freundschaft mit Danny Glover Revue passieren lässt. Selten konnte man DeVito in jüngerer Zeit im Kino erleben. Gerade erst ist der Amerikaner, der auch als Produzent arbeitet, 75 geworden.

Nicht zuletzt handelt es sich beim neuen „Jumanji“ um einen hübschen und in beinahe allen Szenen äußerst familientauglichen Weihnachtsstreifen (erneut mit einer FSK-Freigabe ab 12). So unterhaltsam wie durchaus intelligent, so bilderstark wie lustig, so romantisch wie teils auf angenehme Art völlig sinnentleert. Gleich zu Beginn des 120-Minüters wird mittels eines Liedklassikers „the most wonderful time of the year“ beschworen. Dicke Schneeflocken und einige Szenen mit und im Eis machen deutlich, welche Zeit nur damit gemeint sein kann.

Die erneut ein breites Publikum ansprechende Mischung lässt an einen Film wie „Bumblebee“ denken, der im vergangenen Dezember einen ähnlich gelungenen Jahresausklang fürs Popcorn-affine Großpublikum bot. Im zurückliegenden „Jumanji“-Teil von 2017 hatte ein Stück der Rockband Guns n' Roses einen kleinen, wenn auch nicht ganz unwichtigen Auftritt. Fans dieses Moments dürfen sich freuen: Auch diesmal ist „Welcome To The Jungle“ zu hören. Wenn auch an ganz anderer, ziemlich unerwarteter Stelle.