Rank hat den Blick für Details. Er fotografiert nicht nur die Stadien und Fans, auch Badeschlappen, Pissoirs oder verfallene Zuschauerränge setzt er in Szene. „Ich liebe und lebe Fußball“, sagt Rank. „Alles, was mit Fußball zu tun hat, ist für mich interessant.“ So auch Fans, die vor dem Stadion gemeinsam ein Bier trinken. Die einen stehen in Glasgow, die anderen vor dem Millerntor in Hamburg. In der Mitte der Buchdoppelseite aber verbinden sie sich so perfekt, dass aus zwei Menschen einer wird. „Das ist nicht gestellt“, erklärt Rank. „Es war reiner Zufall, dass die beiden Motive so gut harmonieren.“ Zufall war es auch, dass das Buch überhaupt entstanden ist. Als der 44-Jährige von einer Reise zurückkehrte, sortierte er auf dem Computer seine Bilder. Einige hatten ähnliche Perspektiven und Motive, Rank stellte sie nebeneinander – die Buch-Idee war geboren.

Bilder mit Geschichte

Über 10 000 Fotos hat Rank für sein erstes Buch geknipst und gesichtet, 70 Stadien und Bolzplätze aus aller Welt finden in „Der Grund ist Fußball“ ihren Platz. Immer wenn Rank – egal ob beruflich als Chefdesigner des Sportartikelherstellers Adidas oder privat – unterwegs ist, macht er auch Jagd auf Stadien und Fußballplätze. „Mit mir zu reisen, ist nicht einfach“, gibt Rank zu. „Wenn ich ein Stadion sehe, dann wird die Reiseroute schon mal kurzfristig geändert.“ Doch für einige seiner Bilder musste er weder in ein Flugzeug noch in ein Auto steigen. „Ich bin Bayreuther, da war es völlig klar, dass ich auch die lokale Fußballszene in meinem Buch darstelle.“ So erinnern ihn die Überreste der Stehränge auf dem Gelände des FC Bayreuth an einen Maya-Tempel und die bewachsenen Ränge des Stadions an der Prellmühle üben auf ihn sehr viel Charme aus. „Man muss sich nur vorstellen, was an diesen Orten schon alles passierte. Wer hier gejubelt, wer getrauert, wer sein Getränk verschüttet hat. Jedes Stadion hat eine Geschichte zu erzählen.“

Ausstellung im Rotmaincenter

Ranks Buch folgt der Geschichte eines Stadionbesuchs. Im Kapitel „Vor den Toren auf den Rängen“ macht man sich auf den Weg zu den Fußballarenen und blickt hinein. Weiter geht es in die „Katakomben“ und zur „Grasnarbe“. Hierfür ging Rank oft zu Boden – aus dieser Perspektive knipst er am liebsten. Dann wechselt er den Blickwinkel und schaut im Kapitel „In einer anderen Liga“ auf Tore auf der Insel Lewis und Harris (sie gehört zu den Äußeren Hebriden/Schottland).

Eine Auswahl seiner Bilder wird Rank noch bis 22. Oktober im Bayreuther Rotmaincenter ausstellen. Aneinandergereiht ergeben sie ein riesiges Tor. Neben weiteren fotografischen Doppelpässen präsentiert der 44-Jährige auch Sitze aus verschiedenen Stadien. Am kommenden Samstag wird er selbst von 9 bis 20 Uhr im Rotmaincenter sein: „Ich freue mich schon darauf, Interessierten die Geschichten hinter den Bildern zu erzählen.“