Jürgen Otto verlässt Zulieferer Brose

Von Wolfgang Braunschmidt

Nach 27 Jahren bei Brose schlägt Jürgen Otto, der Vorsitzende der Geschäftsführung, neue Wege ein. Sein Nachfolger wird Kurt Sauernheimer. Auch er ist langjähriger Mitarbeiter des Konzerns.

 Foto: red

Jürgen Otto, Vorsitzender der Geschäftsführung der Brose Gruppe, wird das Unternehmen verlassen. Das teilte Brose am Mittwoch mit. Sein Nachfolger wird Kurt Sauernheimer, der bereits der Brose-Geschäftsführung angehört.

Nach der Werbung weiterlesen

Diplom-Kaufmann Jürgen Otto begann 1990 als Logistikplaner seine berufliche Laufbahn bei Brose. Als Werkleiter war der gebürtige Würzburger von 1994 bis 1996 für die Planung und Realisierung der Just-in-Sequence-Fertigung im Brose-Werk in Meerane in Sachsen verantwortlich. Beim Wettbewerb „Fabrik des Jahres“ erhielt dieses Werk zwei Auszeichnungen in Folge: 1999 in der Kategorie „Ressourcenmanagement“, ein Jahr später als Gesamtsieger.

Erfolgreiches Sitzverstellgeschäft

Von 1999 bis 2001 war Jürgen Otto Geschäftsführer der Produktionsstätte Coburg. In dieser Zeit war er mitverantwortlich für die Reorganisation des Brose-Hauptsitzes sowie für die Planung und Einführung des Organisationsmodells „Brose-Arbeitswelt“ in Entwicklung und Verwaltung. Von 2002 bis 2005 leitete Jürgen Otto das Sitzverstellgeschäft, das sich aufgrund der verstärkten weltweiten Ausrichtung und der Innovationsleistungen überdurchschnittlich erfolgreich entwickelte.

Im Januar 2006 übergab Michael Stoschek, Enkel des Firmengründers Max Brose, den Vorsitz der Geschäftsführung an Jürgen Otto. Damit übernahm erstmals ein Nicht-Familienmitglied die Leitung der international aufgestellten Unternehmensgruppe. Michael Stoschek ist heute Sprecher der Gesellschafterversammlung und hat in diesem Jahr angekündigt, diese Funktion an ein Mitglied seiner Familie zu übertragen. Einen Zeitpunkt nannte  Stoschek, der im Dezember seinen 70. Geburtstag feiert, allerdings nicht.

Bemerkenswertes Wachstum

Unter Jürgen Ottos Führung wurde 2008 das Elektromotorengeschäft von Continental/Siemens VDO erworben, in die Brose-Gruppe integriert und restrukturiert. Damit erweiterte der Automobilzulieferer sein Produktprogramm deutlich und ist heute nach eigenen Angaben einer der größten Anbieter für effiziente mechatronische Systeme in Karosserie und Innenraum von Kraftfahrzeugen.

Seit Jürgen Otto den Vorsitz der Geschäftsführung von Brose-Gesellschafter Michael Stoschek übernommen hat, hat die Brose-Gruppe „ein bemerkenswertes Wachstum erzielt“, wie es in einer Pressemitteilung zum 25-jährigen Betriebsjubiläum Ottos heißt: Der Umsatz stieg innerhalb von zehn Jahren von 2,2 auf rund sechs Milliarden Euro, die Zahl der Mitarbeiter von 8600 auf 24 000 und die Anzahl der Standorte von 39 auf 60.

Mehr als 25.000 Mitarbeiter

Heute hat Brose mehr als 25.000 Mitarbeiter an 60 Standorten in 23 Ländern. Sie erwirtschaften 6,1 Milliarden Euro Umsatz. Die Unternehmensgruppe hat ihren Stammsitz in Coburg. Sie ist der fünftgrößte Automobilzulieferer in Familienbesitz.

Nachfolger von Jürgen Otto als Vorsitzender der Geschäftsführung wird Kurt Sauernheimer. Er ist seit 1987 für Brose tätig.

Kurt Sauernheimer. Foto: Brose

 

Der 57-Jährige verantwortet seit 1999 den Geschäftsbereich Türsysteme. Er studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der Fachhochschule Aalen und kam 1987 als Vertriebsingenieur zu Brose. Von 1993 bis 1999 leitete Kurt Sauernheimer den Einkauf der Unternehmensgruppe.

Sauernheimer sagte: „Ich freue mich über das Vertrauen, das mir Gesellschafter und Beirat entgegenbringen, und darüber, dass ich zum Abschluss meiner beruflichen Tätigkeit Brose in eine erfolgreiche Zukunft führen darf.“

„Mit Kurt Sauernheimer wird eine sehr erfahrene Persönlichkeit an der Spitze stehen“, erklärte Stoschek. „Er kennt das Unternehmen seit drei Jahrzehnten und hatte bereits in seinen bisherigen Aufgaben wesentlichen Anteil am Erfolg der Brose-Gruppe. Gesellschafter und Beirat werden ihn und die gesamte Geschäftsführung dabei unterstützen, Brose als selbstständiges Familienunternehmen mit Innovationen und höchsten Qualitätsansprüchen weiterzuentwickeln.“

Zum Ausscheiden Jürgen Ottos sagte Michael Stoschek: „Ich danke Jürgen Otto für 27 Jahre erfolgreiche Arbeit in der Brose-Gruppe, davon zwölf Jahre als Vorsitzender der Geschäftsführung. Unter seiner Leitung hat sich Brose außerordentlich positiv entwickelt und ist für die Herausforderungen der Zukunft gut aufgestellt. Gesellschafter und Beiräte bedauern seine Entscheidung und wünschen Herrn Otto bei seinen nächsten Schritten beruflich und persönlich alles Gute.“

Jürgen Otto sagte: „Ich bin stolz auf das Erreichte und auf die besondere Unternehmenskultur, die wir auch während des starken internationalen Wachstums der Gruppe als wichtigen Erfolgsfaktor erhalten haben.“