Joseph-Stiftung saniert 110 Wohnungen und engagiert sich für die Flüchtlingsbetreuung Stiftung investiert 1,7 Millionen Euro ins Fichtelgebirge

Von Sarah Bernhard

Gut gedämmt und seniorengerecht sollen sie werden: Bis 2016 will die Bamberger Joseph-Stiftung für rund 1,7 Millionen Euro Häuser in Warmensteinach und Fichtelberg sanieren. Zudem hilft sie bei der Betreuung der Asylbewerber, die Anfang November in den Gasthof Puchtler einziehen. Das bringe nicht nur den Menschen in Fichtelgebirge etwas, sondern auch der Stiftung selbst, sagt deren Chef Roland Schramm.

Wenn die Sanierung der Wohnungen am Warmensteinacher Gustav-Leutelt-Platz im kommenden Jahr abgeschlossen ist, sollen die Energiekosten um 30 Prozent sinken, verspricht Roland Schramm, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Joseph-Stiftung. Foto: Wittek Foto: red

Roland Schramm (53) glaubt, dass das Fichtelgebirge Zukunft hat. Aber nur, wenn alle zusammenhalten. Nicht nur die Menschen untereinander. Sondern auch die ansässigen Unternehmen. So wie seines.

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Schramm ist geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Bamberger Joseph-Stiftung, die seit zwei Jahren die Geschäfte der Bau- und Siedlungsgesellschaft Warmensteinach-Fichtelberg weiterführt. Und die will bis 2016 knapp 110 Häuser in den beiden Gemeinden sanieren. „Es ist die Aufgabe eines Wohnungsunternehmens, sich um das Gemeinwohl innerhalb einer Kommune zu kümmern“, sagt Schramm. Rund 1,7 Millionen Euro lässt sich das Unternehmen das in den kommenden beiden Jahren kosten.

Arbeiten haben schon begonnen

Am Gustav-Leutelt-Platz in Warmensteinach haben die Arbeiten bereits begonnen: Bauarbeiter tragen Dämmplatten hin und her, andere decken gerade ein Dach neu. In den kommenden Jahren geht es in der Gablonzer Straße in Warmensteinach und in der Birkenstraße in Fichtelberg weiter. Die Wohnungen sollen seniorengerecht umgebaut werden, auf Wunsch kann man sich zusätzlich zum Beispiel eine automatische Herdabschaltung oder eine sogenannte Paniktaste einbauen lassen, die bei Gefahr die Angehörigen alarmiert.

Die Sanierung wird von der Landesbodenkreditanstalt gefördert, die dem Unternehmen verbilligte Darlehen gewährt. Nach der Sanierung werden die Mieten zwischen 30 und 41 Cent pro Quadratmeter steigen. Aber gleichzeitig sänken die Heizkosten um rund 30 Prozent, sagt Schramm. Das müsse er der Regierung sogar nachweisen. „Für die Mieter ist das nahezu eine Nullnummer.“

Angebot auch für anerkannte Flüchtlinge

Doch nicht nur Senioren sind eine potenzielle Zielgruppe. Mittelfristig wolle man auch Flüchtlingen, etwa kriegstraumatisierten Syrern, Wohnungen anbieten. „Angesichts der strukturellen Probleme der Region erscheint uns das sinnvoll“, sagt Schramm. Er werde aber sehr genau darauf achten, wer wo wohne. „Wenn ich zwei ältere Damen habe, die eigentlich keine Ruhestörung dulden, werde ich daneben sicher keine syrische Großfamilie setzen.“ Denn das System funktioniere nur, wenn alle zufrieden seien. Und nur dann kann Schramm auf stabile Mieteinnahmen hoffen.

Aber die Joseph-Stiftung plant noch mehr: Am vergangenen Dienstag haben Aufsichtsrat und Vorstand beschlossen, bei der Betreuung der Asylbewerber zu helfen, die Anfang November in den ehemaligen Gasthof Puchtler einziehen werden. Um herauszufinden, welche Hilfen wirklich nötig sind, hat sich Schramm extra in der Fichtelberger Asylbewerberunterkunft beraten lassen.

Stiftung übernimmt Sprachpatenschaften für Asylbewerber

Heraus kam etwas, das Schramm „Sprachpatenschaft“ nennt: Die Stiftung wird künftig die Deutschkurse für die Asylbewerber bezahlen. Auch die Kosten für die W-Lan-Ausstattung des Gasthofs werden übernommen. „Wir wollen zu einer guten Integration der Flüchtlinge in Warmensteinach beitragen“, sagt Schramm.

Bürgermeister Axel Herrmann findet das „klasse“ – und betont: Nicht er sei auf die Joseph-Stiftung zugegangen, sondern sie auf ihn. „Es ist eine tolle Geschichte, dass sich die Stiftung so in Warmensteinach engagiert.“

Beide hoffen nun auf die Akzeptanz der Warmensteinacher. Der Ort habe schon in den Nachkriegsjahren sehr viele Flüchtlinge aufgenommen, sagt Schramm. „Ich hoffe, diese Menschen erinnern sich noch daran, wie das bei ihnen war.“ Denn Zukunft hat das Fichtelgebirge für ihn nur, wenn alle zusammenhalten. Auch die Menschen untereinander.