Jobabbau bei Beka Verkauf an US-Firma hat damit angeblich nichts zu tun

Bei der Firma Baier+Köppel fallen Arbeitsplätze weg – über die genaue Anzahl hält sich der neue Eigentümer, das US-Unternehmen Timken, bedeckt. Mit der Übernahme habe der Abbau nichts zu tun, er sei vielmehr der allgemeinen wirtschaftlichen Lage geschuldet. Foto: Klaus Trenz

PEGNITZ. Die Übernahme der Pegnitzer Maschinenbaufirma Baier+Köppel (Beka) durch das US-Unternehmen The Timken Company ging relativ geräuschlos über die Bühne. Auch, weil sie angeblich keine Konsequenzen für die Mitarbeiter haben sollte. Jetzt ist auf einmal von Personalabbau die Rede. Stimmt, heißt es auf Kurier-Nachfrage. Das habe aber nichts mit dem Verkauf zu tun, heißt es auch.

Timken ist ein weltweit führender Anbieter von Wälzlagern und Produkten für die Antriebstechnik, hat seinen Hauptsitz in Canton, Ohio. Mit dem Zusammenschluss der Firmen Groeneveld – ebenfalls ein Timken-Betrieb – und Beka unter dem Dach des Konzerns wolle man die Nummer zwei auf dem Weltmarkt für Schmiersysteme werden. So steht es in einer Stellungnahme auf Anfrage unserer Zeitung.

"Schlüsselmärkte" schwächeln

Ja, es habe aktuell „personelle Anpassungen“ bei Beka gegeben. Diese seien jedoch auf die „derzeitige Schwäche von Schlüsselmärkten“ zurückzuführen. Dabei handle es sich um die Agrarwirtschaft, den Bergbau, die Windkraft in Deutschland. Und: Es gehe auch um die „anhaltende Optimierung von Produktion und Materialfluss“ zwischen den Werken Pegnitz, Wannberg und Creußen. Diese habe jedoch mit dem Kauf von Beka durch Timken nichts zu tun.

Aus befristet wird nicht unbefristet

Nach Kurier-Informationen soll es beim geplanten Jobabbau vor allem um befristete Arbeitsverträge gehen, die nicht in unbefristete umgewandelt werden. Und um Leiharbeiterverträge, die zum Jahresende auslaufen. Von 30 Arbeitsplätzen mindestens ist die Rede, bestätigen will das Unternehmen diese Zahlen nicht.

Chefetage will dabei sein

Auch nicht, dass die weihnachtliche Betriebsversammlung mit Blick auf die Kündigungen nach hinten verschoben worden sei. Dies sei geschehen, „damit das zuständige Management-Team von Timken und Beka daran teilnehmen kann. Der ursprünglich vorgesehene Termin ließ sich mit anderen wichtigen Sitzungen, die zur gleichen Zeit an anderen Orten stattfinden, nicht vereinbaren“. Eine Stellungnahme des Betriebsrates war trotz mehrerer Versuche nicht zu bekommen.

Uwe Raab nicht überrascht

Nicht überrascht zeigt sich Bürgermeister Uwe Raab über die Lage bei Beka. Das Unternehmen habe mehrere Produktionsstandorte, die einen erheblichen logistischen Aufwand mit sich brachten, verbunden mit einem höheren Personalbedarf hatte – „das ist mir seit längerem bekannt“. Dieser höhere Personalbedarf sollte durch den Neu- und Erweiterungsbau im Pottensteiner Ortsteil Wannberg „zum Teil zurückgeführt werden“. Daher würden nun offensichtlich nicht alle befristeten Arbeitsverträge verlängert. Leiharbeitskräfte würden immer „nach dem absolut aktuellen Bedarf eingesetzt und sollen vor allem helfen, überraschend entstandene Spitzen an Arbeitsbelastung abzufedern“. Das sei in den vergangenen Monaten der Fall gewesen.

"Solche Übergänge sind nicht leicht"

Im Moment sei die Übergangsphase vom inhabergeführten zu einem börsennotierten Unternehmen in vollem Gange – „und das sind bekanntermaßen keine leichten Übergänge“. Nach wie vor aber gilt für Raab das Wort des neuen Eigentümers, „dass in den ersten Monaten eines Überganges keine Entscheidungen über die personelle Besetzung getroffen werden“. Der aktuelle Personalabbau wäre „auch ohne die Übernahme im Alltagsgeschäft angestanden“.

Wichtig für den Wirtschaftsstandort

Beka bleibe ein „wesentlicher und hervorragender Bestandteil“ des Wirtschaftsstandortes Pegnitz. Nach seinen Informationen diene die Übernahme der strategischen Stärkung der Firma - und damit eben auch dem Wirtschaftsstandort.

 

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