Frage: Viele Ihrer Bücher wurden verfilmt oder sollen verfilmt werden. Die Hollywood-Produktion von „Blood on Snow“ sollte 2020 herauskommen. Wissen Sie mehr darüber?
Antwort: Ich verfolge das eigentlich nicht. Die Regel bei Filmen lautet: Es wird nichts draus. Das ist jedenfalls das, was meistens passiert. Ich konzentriere mich auf das Schreiben. Wenn junge Autoren die Rechte an ihren Büchern verkaufen, gebe ich ihnen meist einen Rat: Glaub nicht dran, es klappt nicht. Und falls doch: Sieh es als Bonus.
Frage: Harry Hole ist nicht nur ein Ermittler mit problematischem Charakter, er ist auch ein Wohltäter: Sie haben eine Einrichtung namens „Harry Hole Foundation“ gegründet. Was ist deren Aufgabe?
Antwort: Die Stiftung bekämpft Analphabetismus in Entwicklungsländern. Sie hilft vor allem Mädchen, Bildung zu erwerben. Nicht nur, um Lesen zu lernen, sondern um etwa zehn Jahre zur Schule zu gehen. Ich habe der Stiftung die Rechte an meinen Büchern übertragen. Bisher stehen fünf Millionen Euro zur Verfügung. Ich habe mein Testament gemacht: Mein gesamtes Vermögen wird an die Stiftung gehen, wenn ich sterbe. Nach meinem Tod wird das hoffentlich eine mächtige Institution werden.
ZUR PERSON: Jo Nesbø wurde 1960 in Molde an der Westküste Norwegens geboren. Wenn er nicht auf Reisen ist, lebt er in Oslo. Er ist einer der erfolgreichsten Krimiautoren der Welt und Musiker in einer Band. Als Jugendlicher wollte er Profi-Fußballer werden, nach einem Ökonomie-Studium arbeitete er zunächst als Börsenmakler. Mit seinem ersten Roman „Der Fledermausmann“ erfand er den Ermittler Harry Hole, der in seinem aktuellen Roman „Messer“ seinen zwölften Fall löst.