Jähes Ende eines gemütlichen Abends am Mistelbach Kamerateam der Küchenchefs ärgert sich über eine Aktion der Sicherheitswacht

Von Frank Schmälzle

Hans Tanz kommt in seinem Job ganz schön rum. Bayreuth aber wird dem Kameramann, der gerade im Auftrag des TV-Senders Vox für das Format "Die Küchenchefs" in der Stadt arbeitet, auf Dauer in Erinnerung bleiben. Als Ort, an dem man öffentlich besser kein alkoholfreies Bier trinkt.

 Foto: red

Am Anfang, sagt Tanz, war es irgendwie noch ganz witzig. Er und zwei Kollegen nutzten den schönen Mittwochabend, um die Stadt zu erkunden. Mit einem Bier in der Hand ließen sie sich auf der Brücke über den Mistelbach an der Kulmbacher Straße nieder. Mit einem Bier ohne Alkohol. „Zwei Minuten später stand ein Herr in blauer Uniform vor uns und forderte uns auf, den Ort zu verlassen“, sagt Tanz. Nicht unfreundlich, aber doch ziemlich bestimmt. Dass es alkoholfreies Bier war, das die Fernsehleute tranken, beeindruckte den Ordnungshüter nicht. Sein Argument: Wie solle er denn nachprüfen, ob da wirklich kein Alkohol drin ist?

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"So was ist uns noch in keiner Stadt passiert"

Tanz und Co. waren sich zwar keiner Schuld bewusst, des lieben Friedens willens zogen sie dann doch ab. „Im Nachhinein muss ich sagen: Ein bisschen ärgerlich ist die ganze Sache schon“, sagt der Kameramann. „Wir haben ja nichts Unrechtes getan. So was ist uns noch in keiner Stadt passiert.“

Wenn alles so stimmt, wie Tanz es schildert, ist der Mann von der Bayreuther Sicherheitswacht möglicherweise wirklich etwas streng gewesen. So sieht man das jedenfalls im Rathaus und verweist auf Paragraf 12, Absatz 12 der Satzung über die Benutzung der öffentlichen Grün- und Spielanlagen. Bis zu 2500 Euro muss demnach zahlen, wer sich „in Grünanlagen zum Zwecke des Alkoholgenusses aufhält.“ Aber alkoholfreies Bier ist eben kein Alkohol. Eine Juristin: „Mal klar gesagt: Alkoholfreies Bier dürfte man auch mitten auf einem Spielplatz trinken.“


Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Freitag-Ausgabe (19.Juli) des Nordbayerischen Kuriers.

Foto: Harbach