Nato will Putin abschrecken
Mit der drastischen Steigerung der Verteidigungsausgaben reagieren die europäischen Alliierten auch auf Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Durch mehr Abschreckung und Verteidigung soll Kremlchef Wladimir Putin deutlich gemacht werden, dass ein Angriff auf ein europäisches Nato-Land keinerlei Erfolgschancen hätte.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte mit einem Appell an die Nato auf die neuerlichen Luftangriffe auf sein Land: "Es ist äußerst wichtig, dass die Welt, allen voran Amerika und unsere europäischen Partner, vom Nato-Gipfel starke Entscheidungen zur Unterstützung unserer Luftabwehr und zum Schutz von Zivilisten mitbringen", schrieb er bei Telegram.
Trump hatte angekündigt, sich am Mittwoch am Rande des Gipfels mit Selenskyj treffen zu wollen.
Rutte: Wir müssen der Ukraine weiter beistehen
Rutte rief die Verbündeten zu weiterer Unterstützung für den Abwehrkampf der Ukraine auf. "Die Ukraine verändert derzeit dank des Mutes, des Engagements und des Einfallsreichtums ihrer Streitkräfte die Dynamik auf dem Gefechtsfeld", sagte er. "Und lassen Sie mich ganz klar sagen: Alle Bündnispartner müssen ihren Beitrag leisten, damit unsere Unterstützung für die Ukraine weiterhin fließt, denn die Sicherheit der Ukraine ist eng mit unserer eigenen verbunden."
Die Ukraine soll beim Gipfel ein neues Versprechen für milliardenschwere Militärhilfen erhalten. Vorgesehen ist über zwei Jahre hinweg eine Mindestfinanzierung von 70 Milliarden Euro pro Jahr für militärische Ausrüstung, Unterstützung und Ausbildung. Insgesamt wären das 140 Milliarden Euro. Ein EU-Hilfspaket von rund 60 Milliarden Euro bis Ende 2027 soll dabei mitgerechnet werden. Damit blieben etwa 80 Milliarden Euro, die Nato-Staaten national stemmen müssten.
Hoffnung auf U-Boot-Deal mit Kanada
Die Bundesregierung hofft darauf, dass zum Nato-Gipfels auch die Rüstungskooperation mit Kanada deutlich vertieft werden kann. Grundlage dafür könnte ein milliardenschweres U-Boot-Geschäft werden.
"Wenn es gelingt, dann wird das Kanada an uns für Jahrzehnte binden", heißt es aus deutschen Regierungskreisen. "Das wäre ein sehr guter Startpunkt für eine strategische Zusammenarbeit." Und es wäre "ein sehr gutes Signal", wenn eine solche Entscheidung "im Kontext" des Nato-Gipfels kommuniziert würde.
Kanada plant den Kauf von bis zu zwölf U-Booten. Der Kieler Marineschiffbauer TKMS konkurriert mit der südkoreanischen Werft Hanwha Ocean um den Milliardenauftrag.