„Wir sind nach wie vor auf Investorensuche“, sagt Weiß. Spätestens bis zum Jahresende will Weiß Ergebnisse liefern. Er geht nicht davon aus, dass der Hauptgläubiger Riverrock die Geschäfte bei Loewe übernimmt. „Das halte ich für ausgeschlossen.“

Mit der Investorensuche beauftragt ist Pricewaterhouse Coopers (PwC), wo ein M&A-Team von Timo Klees (Partner) und Fabian Dalka (Senior Manager) den internationalen Verkaufsprozess steuert. Weiß hatte im Juli im Gespräch mit unserer Zeitung gesagt, die Suche nach einem neuen Eigentümer werde wohl ein, zwei oder drei Monate dauern. 

Dass Loewe wieder „in ganz altem Glanz erstrahlt“, daran glaubt Weiß nicht. Es gebe aber gute Chancen, dass auch in Zukunft „was läuft in Kronach“, sagt er jetzt. Dies könne zum Beispiel die Fertigung elektronischer Bauteile sein. 

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Damit spielt Weiß auf das sogenannte EMS-Geschäft an (Electronic Manufacturing Services), also Loewe als Fertigungsdienstleister für elektronische Komponenten. Das kann von der Entwicklung über die Leiterplattenbestückung bis hin zu Prüfkonzepten und zur weltweiten Auslieferung reichen.

Im Moment laufe in Kronach weiter eine Mini-Produktion von Bauteilen. Fernseher würden nicht mehr gefertigt, sagt Weiß im Gespräch mit unserer Zeitung weiter. Zum Ende des Monats folge die Betriebseinstellung. 

Formal gebe es damit ab 1. November keine Loewe-Beschäftigten mehr. Man wolle aber versuchen, für weitere ein, zwei Monate eine geringe Beschäftigung mit rund 30 Leuten aufrechtzuerhalten. Weiß: „Wir halten das Ganze am Leben.“ Viele frühere Beschäftigte hätten das Unternehmen verlassen und neue Jobs gefunden. Es gehe aber auch jetzt noch darum, Know-how-Träger zu halten. 

"Es wäre traurig, wenn's hier endet"

Wird es künftig noch Fernseher aus Kronach geben? Die Chance für Fernseher unter der Marke Loewe liegt laut Weiß „bei maximal 50:50“. Dass es in Kronach weitergeht, hält der Insolvenzverwalter mit 80 Prozent aber für sehr wahrscheinlich. „Es wäre traurig, wenn’s hier endet.“

Der 1923 gegründete Fernsehhersteller ging 1999 unter Rainer Hecker an die Börse. 2004 stieg Sharp mit 29 Prozent ein. 2013 wurde erstmals Insolvenzantrag gestellt, 2014 übernahm die Münchner Startgate Capital mit Mark Hüsges das Unternehmen.

Auch sie scheiterten: Im Mai 2019 musste Loewe erneut Insolvenz anmelden. 2018 waren mit rund 460 Beschäftigten 133 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet worden. Loewe erreichte aber nie die Gewinnzone.