671 Unterschriften Kampf für Baum-Erhalt in der Rosestraße

Werner Küfner (links) und Bastian Priemer (rechts) bei der Unterschriftenübergabe an Oberbürgermeister Thomas Ebersberger. Foto: Peter Engelbrecht

Die Interessengemeinschaft für den Erhalt der Bäume in der Rosestraße in Bayreuth hat Oberbürgermeister Thomas Ebersberger 671 Unterschriften überreicht. Die Unterzeichner wollen die zahlreichen Bäume vor dem Fällen schützen.

Genau 671 Unterschriften hat die Interessengemeinschaft für den Erhalt der Bäume in der Rosestraße in etwas mehr als einer Woche gesammelt. Werner Küfner und Bastian Priemer überreichten die Unterschriften im Rathaus an Oberbürgermeister Thomas Ebersberger.

Die Mehrheit der von einer Mammutfällung betroffenen Anwohner des Geländes der ehemaligen Bundesbankzentrale spreche sich für den Erhalt der 35 alten Laubbäume aus, die unter die städtische Baumschutzverordnung fielen, betonten Küfner und Priemer. Der massive Eingriff in das lokale Mikroklima mit seinen negativen Folgen für die Frischluftsituation und Wohnqualität sollte unbedingt verhindert werden.

Die Interessengemeinschaft appellierte an Ebersberger, die Baumfällung nicht genehmigen zu lassen. Zunächst sollten eine neutrale Prüfung der Notwendigkeit der Fällarbeiten sowie möglicher Alternativen zum Erhalt der Bäume und Sträucher erfolgen. Hierzu wäre eine erneute Kamerabefahrung zur Beurteilung des aktuellen Kanalzustandes unabdingbar.

Ebenso sollte der Naturschutzbeirat der Stadt eingebunden werden. „Wir sind zuversichtlich, dass sich die Mehrheit des Stadtrates zum Klimaschutz bekennt mit dem gemeinsamen Ziel, so viele Bäume wie möglich zu erhalten“, hieß es.

Wie berichtet, wurde auf dem Gelände der früheren Bundesbankfiliale ohne Genehmigung jahrelang Wasser abgepumpt und in das städtische Kanalnetz geleitet. Um das zu beenden und eine defekte Drainage zu reparieren, müssen laut dem aktuellen Besitzer zehn Bäume gefällt werden.

Ebersberger sagte im Anschluss an die Unterschriftenübergabe, laut der Baumschutzverordnung handle es sich um 16 betroffene Bäume. „Wir versuchen, dass es ohne Baumentfernung geht“, betonte er. Das Gebäude sei vor 37 Jahren vom Bund errichtet worden, laut den Plänen existiere die Leitung gar nicht.

Der aktuelle Eigentümer sei durch das nicht genehmigte Wasserabpumpen selbst geschädigt worden, ein Bußgeld gegen ihn sei „nicht wahrscheinlich“.

Ebersberger sprach von der damaligen Verlegung einer zulässigen Drainage und einer zusätzlichen Leitung. Man habe vermutet, dass damals zur Bundesbankfiliale ein Pumpensumpf gehört habe und habe deshalb nie nachgeforscht. „Wir müssen etwas tun, weil das Gebäude selbst und die Nachbargebäude Schaden nehmen können.“

Das Wasserwirtschaftsamt und ein Sachverständiger seien eingebunden. Nun müsse geklärt werden, wie die Leitung repariert werden könne. Ebersberger schlug eine „Inliner-Lösung“ vor, bei der die Bäume stehen bleiben.

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