Interesse bei Bürgern ist groß Digitaler Impfpass geht an den Start

Wie kann man den Nachweis über die Corona-Impfung, die bislang nur im gelben Impfpass dokumentiert ist, digital erbringen? Mit der Frage müssen sich im Moment auch die Verantwortlichen des Kulmbacher Impfzentrums befassen. Die Bundesregierung hat den Weg freigemacht. Foto: /Melitta Burger

Für alle, die sich jetzt im Kulmbacher Impfzentrum gegen das Coronavirus impfen lassen, gibt es den passenden QR-Code schon. Andere müssen im Moment noch etwas Geduld haben.

Kulmbach - Es war ein ehrgeiziges Ziel mit kurzen Fristen. Entsprechend verläuft der Start, einen digitalen Impfpass zu schaffen auch an der einen oder anderen Stelle noch etwas holprig. Im Kulmbacher Impfzentrum erhalten seit Donnerstag vollständig Geimpfte zusätzlich zu ihrer Impfdokumentation auch einen digitalen Impfnachweis, heißt es aus dem Landratsamt. Die angeschlossenen Apotheken werden von Montag an mit einsteigen bei der Erstellung des für den digitalen ass nötigen QR-Codes. Bei den Ärzten wird es noch etwas dauern, aber auch da arbeiten Fachleute mit Hochdruck an einer Lösung. Das Interesse bei den Bürgern ist groß. Schließlich sind mit einer nachgewiesenen abgeschlossenen Impfung so manche Vorteile verbunden. Vor allem im Urlaub.

Wer den digitalen Impfpass auf seinem Smartphone haben will, braucht einen QR-Code. Einen solchen haben zumindest alle, die sich im Impfzentrum impfen ließen, auch in der Vergangenheit schon auf ihrer Impfdokumentation erhalte. Aber: Diese Codes sind, warum auch immer, für den Impfpass nicht verwendbar. Wer die „alten“ Daten einlesen will, scheitert. Der jetzt nötige neue Nachweis besteht ebenfalls aus einem ausgedruckten Dokument mit einem QR-Code, der anschließend über das Smartphone in geeignete Apps eingelesen werden kann, informiert das Landratsamt.

„Damit hat ab sofort jeder, der im Impfzentrum seine Corona-Impfung vervollständigt, die Möglichkeit, zusätzlich zum bekannten gelben Impfpass seine Impfung auch digital mit sich zu führen und nachzuweisen“, erklärt Oliver Hempfling. Wichtig: Eine Verpflichtung hierzu bestehe nicht. Auch der Impfpass aus Papier behalte natürlich seine Gültigkeit. Allerdings sehen es viele als praktischer an, die Daten auf dem Handy zu haben und nicht noch zusätzlich den Pass in der Tasche haben zu müssen: „Viele laden sich ja auch ihre Bank- oder Kreditkarte aufs Handy, um digital zu bezahlen. Diese zusätzliche digitale Möglichkeit besteht nun auch hinsichtlich des Nachweises der abgeschlossenen Corona-Schutzimpfung.“

Nachträglich kann das Impfzentrum die Codes aber nicht generieren. Dafür treten nun die Apotheken ein. Bereits geimpfte Personen, sogenannte „Altfälle“, können sich das digitale Impfzertifikat im Nachhinein ab kommendem Montag bei vielen Apotheken vor Ort ausstellen lassen, heißt es aus dem Landratsamt. Welche Apotheken diesen Service anbieten, lässt sich über die Webseite www.mein-apothekenmanager.de herausfinden.

„In den teilnehmenden Apotheken muss man die Impfbescheinigung oder den Impfpass sowie einen amtlichen Lichtbildausweis vorlegen. Dann wird von der Apotheke der QR-Code für das Mobiltelefon erzeugt und ausgedruckt. Dieser kann dann mitgenommen werden“, erläutert der Vorsitzende des Bayerischen Apothekerverbands Dr. Hans-Peter Hubmann. Den Code holt sich die Apotheke online direkt vom Robert-Koch-Institut (RKI). Hubmann verweist darauf, dass dieser Service für Kunden kostenlos ist. Aufgrund des zu erwartenden Ansturms bittet der Apotheker im Namen aller seiner Kollegen zugleich um Verständnis, sollten Wartezeiten entstehen. „Gut wäre, wenn nicht alle gleich am Montag um 8 Uhr kommen.“

Für „Altfälle“, die bereits vor Einführung des digitalen Impfnachweises ihre Zweitimpfung erhalten haben, ist geplant, dass man die digitalen Zertifikate, also den QR-Code, künftig auch online und per Telefon sowie per Post oder E-Mail erhalten kann. Die technischen Voraussetzungen dafür werden durch den Freistaat Bayern derzeit geschaffen.

Bei Hausärzten ist es aktuell noch nicht möglich, den digitalen Impfnachweis zu erhalten. „Sobald wir in der Lage dazu sind, beteiligen wir uns natürlich gerne“, betont die Vorsitzende des Hausartvereins Kulmbach, Dr. Anja Tischer. „Einstweilen bitten wir aber noch, von Anfragen abzusehen.“

Neben der vom Robert-Koch-Institut entwickelten „CovPass-App“ bietet auch die Corona Warn-App in ihrer neuesten Version die Möglichkeit, den QR-Code einzulesen. Beide Apps laufen auf den gängigen Betriebssystemen IOS und Android und sind in den jeweiligen App-Stores kostenlos erhältlich.

 

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