Integrationsbeauftragte Gefragte Ratgeberin in allen Fragen

Dolores Longares-Bäumler wurde bei ihrer Integrationsarbeit vom früheren Bürgermeister Manfred Porsch und dem langjährigen Kreisjugendringvorsitzenden und jetzigen Bürgermeister Christian Porsch stets unterstützt – hier bei der Vorbereitung zum Kulturfest 2018. Foto: Wolfgang Hübner

Ihr Name steht seit 30 Jahren  für wertvolle und erfolgreiche Integrationsarbeit mit Ausländern und Flüchtlingen in Stadt und Landkreis Bayreuth:  Dolores Longares-Bäumler, die Integrationsbeauftragte des Caritas-Kreisverbandes, hat bald Grund zu feiern.

Speichersdorf - Am 1. Februar blickt  die 54-jährige Eschenbacherin mit spanischen und Oberpfälzer Wurzeln auf  30 Jahre  bei der  Caritas  zurück. Seit drei Jahrzehnten brennt das Herz der Sozialpädagogin für die Caritas und ihre Aufgaben. In ihren Anfangsjahren betreute sie das Büro für Aussiedlerberatung und dabei überwiegend Russland-, Rumänien- und Polen-Deutsche. Danach war sie  zehn Jahre in der  Beratungsstelle für Spätaussiedler.

Daneben lief  die Beratungsstelle für EU-Ausländer, die  in der neuen Migrationsberatung aufging. Seit drei Jahren firmiert die Beratungsstelle unter der Bezeichnung Flüchtlings- und Integrationsberatung. Der Personenkreis erweiterte sich von den Russland-Deutschen zu Beginn der 1990er Jahre auf alle  Migranten heute. Allein in der Gemeinde Speichersdorf gibt es 26 Nationalitäten. Mit jeder von Ihnen hatte Longares-Bäumler  zu tun.

Ihr Betreuungsgebiet reichte  von  1993 bis 1997 von Bischofsgrün  bis Pottenstein.  Heute sind Bayreuth, Auerbach und Speichersdorf  ihre Einsatzgebiete. Im Mittelpunkt stehen alle Fragen von  Integration, Sprache, Beruf, Ausbildung, Leistungsansprüchen, Eheproblemen und   Wohnungssuche – alle  Fragen von der Wiege bis zur Bahre.

 2018 wurde Longares-Bäumler  stellvertretende Geschäftsführerin beim Caritas-Kreisverband. Seit 2019 verantwortet sie neben der Migrationsberatung  zusätzlich die  soziale Beratung vom Kindergeld bis zur Rentenversicherung  für Deutsche. „Die soziale Beratungsstelle ist offen für alle Menschen, die Hilfe und Beratung brauchen.“

Eine besondere Herausforderung  war für Longares-Bäumler immer die Gemeinde Speichersdorf. Hier lag ein Schwerpunkt ihrer Arbeit, der ihr  viel Zeit und Energie abverlangte. Hier war sie  mit der Sozialamtsleiterin Heidi Lauterbach die sozial-karitative Seele. 

1993 zogen erstmals  Russland-Deutsche  in eigens  für sie gebaute Häuser. Nahezu zehn Jahre lief die Integrationsarbeit in ruhigen Bahnen, bis 2003 durch einen Mord eines Neubürgers  an einem Einheimischen die Stimmung kippte. Um  den sozialen Frieden wieder herzustellen, wurden  unter maßgeblicher Beteiligung von Longares-Bäumler zahlreiche Projekte gestartet. Dazu gehörten  ein Jugendtreff, Kulturfeste und eine internationale Kochgruppe.  Daraus entstanden  zwei Rezeptbücher. Im   Buch „Gerichte mit Geschichte“ garnieren  die  Teilnehmer ihre Integrations-  und Lebensgeschichte mit ihrem Lieblingsrezept.

2008 gründete sich mit dem Schwerpunkt Integrationsarbeit das Sozialraumteam mit Madeleine Nordhaus, Stefanie Noll, Christian Porsch und Dolores Longares-Bäumler. Das Quartett erhielt 2011  den Integrationspreis vom  Bezirk. Ein Highlight des Teams  waren die Integrations- und Familiensporttage mit dem TSV Kirchenlaibach. 

Trotz der gelungenen Integrationsarbeit in den letzten drei Jahrzehnten, werde sie wohl nie zu einem Ende kommen, prognostiziert Longares-Bäumler. „Integration ist ein wechselseitiger Prozess und wird immer dort ein Thema  sein, wo sich Menschen verschiedener  Nationalitäten  begegnen.“ Das ist bis heute der Fall. Aktuell konzentriert sich  die Integrationsarbeit auf  Flüchtlingsfamilien mit circa 45 Personen.

Longares-Bäumler dankt  denjenigen, die ehrenamtlich bei allen Aktionen Gewehr  bei Fuß standen sowie den  Mitarbeitern der Rathausverwaltung sowie den Bürgermeistern und dem Gemeinderat. „Speichersdorf hat eindrucksvoll bewiesen, dass Integration gelingen kann, wenn alle zusammenhalten und zusammenarbeiten“, so Longares-Bäumler. Nach  Corona hofft sie auf  eine Neuauflage des Festes der Kulturen und einer Mitwirkung beim Bürgerfest 2022.

 
 

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