Insektenraupen durchbohren Wurzelwerk aller Pappeln an der Autobahn A9: Die Pappeln müssen weg

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Fünf bis zehn Jahre hätten die Pappeln an der A 9 zwischen Bayreuth-Nord und dem Bindlacher Berg noch stehen sollen. Seit Montagmorgen werden die ersten 53 Bäume gefällt. Sie sind zum Teil stark umsturzgefährdet. Schuld daran ist ein Schädling, der bevorzugt Pappeln, manchmal auch Weiden, befällt: Die Larve des Hornissenglasflüglers.

Drei Wochen ist es etwa her, da fiel eine der bis zu 20 Meter hohen Pappeln, die an der Autobahn stehen, einfach um. Zum Glück nicht auf die Autobahn, sondern auf den breiten Grünstreifen, der die A 9 vom Bayreuther Industriegebiet trennt. „Wird ein etwas stärkerer Wind geweht haben, der den Baum umfallen ließ“, sagt Peter Krause, Landschaftsgärtnermeister und Mitarbeiter im Sachgebiet Planung und Bau der Bayreuther Dienststelle der Autobahndirektion Nordbayern.

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Viele Bäume stark geschädigt

Im regelmäßigen Turnus müssen die Bäume, die an der Autobahn stehen, seit 2010 auf Schäden geprüft werden. Bei der Kontrolle der Pappeln stellte Krause jetzt fest: Alle Pappeln, die an der A 9 zwischen Bayreuth-Nord und dem Bindlacher Berg stehen, sind mehr oder weniger stark geschädigt. Die Larven des Hornissenglasflüglers „fressen sich ins Wurzelwerk der Bäume und schleppen einen Pilz ein“, sagt Krause. Der Pilz sorgt dafür, dass die Wurzeln verfaulen. Das Ergebnis: Der Baum hält bei weitem nicht mehr so viel Windlast aus wie im gesunden Zustand – und bricht in der Regel knapp oberhalb oder knapp unterhalb des Erdreichs ab. das Problem: Man sieht es dem Baum nicht immer gleich an, dass er befallen und an der Wurzel extrem geschwächt ist. „Anzeichen können verfrühter Laubfall oder sehr wenig Laub sein.“

Die Pappeln waren 1999 vor allem deshalb gepflanzt worden, um „möglichst schnell wieder einen Allee-Charakter erreichen zu können“, sagt Michael Probst, der Leiter des Sachgebiets Planung und Bau. Gepflanzt wurden die Pappeln neben Ahorn und Esche, einheimischen Hartholz-Arten, die aber langsamer wachsen. „20 bis 25 Jahre hätten sie stehen sollen.“ Der Abstand der 472 Bäume, die damals gepflanzt wurden, sei bewusst so gewählt worden, dass „es später nicht auffällt, wenn man die Pappeln herausnimmt“, ergänzt Krause. Die Menge der Pappeln ist nicht unbeträchtlich: „Es muss fast jeder zweite Baum raus.“

Warum der Hornissenglasflügler sich bevorzugt die Bäume an diesem Abschnitt der Autobahn ausgesucht hat, ist ein Rätsel, auf das Probst und Krause noch keine Antwort gefunden haben. „Bei Colmdorf stehen auch einige Pappeln, die habe ich untersucht – die haben nichts“, sagt Krause. Ein Grund für das hohe Schädlingsaufkommen könnte der hohe Grundwasserspiegel sein, mutmaßt der Landschaftsgärtnermeister. Nicht ganz auszuschließen sei aber auch, dass die Pappeln den Schädling bereits in sich trugen, als sie gepflanzt wurden.

Kranke Bäume werden gefällt

Die Beseitigung der Pappeln geht schnell: Ein Fällbagger kappt die Krone des Baumes, dann wird der Stamm knapp über dem Boden abgezwickt und ebenfalls auf einen vorausfahrenden Sattelschlepper aufgeladen. „Das Material wird gleich verräumt. Die Bäume werden auf die Deponie gebracht und gehäckselt“, sagt Krause. Einige der Wurzelstöcke kommen zur Untersuchung ins Labor.

Bis Dienstagabend soll die Fällaktion fürs Erste abgeschlossen sein, sagen Probst und Krause. Dann sind die Bäume, die am stärksten gefährdet waren, gefällt. „Bis Februar, bevor die Brutzeit beginnt, werden wir den Rest herausnehmen müssen“, sagt Krause.