Innovation im Studio KI macht Trainingserfolg vorab sichtbar

Der innere Schweinehund ist der Gegner jeglichen Trainings: Dem könnte eine Anwendung ein Schnippchen schlagen, die von der Hochschule Hof in Kooperation mit einem Bayreuther Fitnessstudio entwickelt worden ist. So geht’s.

Sie hat es offenbar auch ohne KI geschafft: Die Sportlerin ist motiviert. Wer sich gerne längerfristig motivieren möchte, für den gibt es eine KI-gestützte Anwendung Foto: obs/Enduring Fitness

Die Forschungsgruppe Intelligente und Lernende Systeme des Instituts für Informationssysteme (Iisys) an der Hochschule Hof hat gemeinsam mit dem Fitnessstudio Freiraum in Bayreuth ein KI-gestütztes Fitness-Tool entwickelt, teilt die Hochschule mit. Das Teilprojekt „Fit Me“ ist im Rahmen des durch die Europäische Union geförderten EFRE-Projektes M4-SKI entstanden und kann jetzt genutzt werden.

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Visualisierung der individuellen Ziele

Das Projekt, das über sieben Monate lief, ermögliche es Sportlern, ihre individuellen Fitnessziele mithilfe künstlicher Intelligenz zu visualisieren. „Durch einen Demonstrator können Nutzer ein Foto von sich hochladen, die gewünschte Trainingsart sowie Intensität auswählen und eine KI-generierte Vorschau ihres zukünftigen, fitteren Ichs erhalten – sie können also quasi einen Blick in die Zukunft werfen“, erklärt Professor Christian Groth vom Fachgebiet Angewandte Künstliche Intelligenz. Der Trainingsplan kann anschließend mit den Trainern des kooperierenden Fitnessstudios besprochen und individuell angepasst werden.

Das Problem, langfristig am Ball zu bleiben

Der Ansatz: Viele Menschen hätten Schwierigkeiten, langfristig motiviert Sport zu treiben. Der Demonstrator setze genau hier an: Durch realistische KI-gestützte Bildmanipulation werde eine greifbare Vorstellung des eigenen Trainingsziels geschaffen. Die Software basiere auf modernster Bilderkennung und neuronalen Netzen, die mit Fine-Tuning an die Anforderungen angepasst wurden. „Die Herausforderung bestand darin, den Realismus der erzeugten Bilder zu gewährleisten, da viele vortrainierte Diffusionsalgorithmen zu übertriebenen oder unrealistischen Darstellungen neigen“, sagt Projektmitarbeiter Jonas Kemnitzer. Auch der individuelle Zusammenhang zwischen Bild und Trainingsplan sei gezielt optimiert worden.

Gezielte Analyse von Körperstrukturen

Im Gegensatz zu herkömmlichen Handyfiltern, die meist nur oberflächliche Veränderungen vornähmen, analysiere die KI von „Fit Me“ gezielt Körperstrukturen und passe diese auf Basis wissenschaftlich fundierter Trainingsprozesse an. Zudem verarbeite das System die Daten ausschließlich auf den Servern des KI-Anwenderzentrums, ohne persönliche Informationen zu speichern. Nutzer können somit sicher sein, dass ihre Daten nicht weiterverwendet oder gespeichert werden.

Ab sofort nutzbar

Nach einer intensiven Entwicklungs- und Testphase wird der Demonstrator nun offiziell aktiviert und ist online für alle Interessierten nutzbar. Der Zugang erfolge über das Fitnessstudio Freiraum in der Spinnereistraße in Bayreuth unter der Leitung von Geschäftsführer Max Mühlbauer.

Das Projekt ist Teil des EU-geförderten M4-SKI-Projektes und wurde mit Unterstützung der Europäischen Union realisiert.