Über die Pläne von Emons war bereits im Frühjahr dieses Jahres spekuliert worden. Der Transport- und Logistikspezialist suchte nach Erweiterungsflächen für eine neue Logistikfläche.

Damals war mit Hinweis auf noch laufende Verhandlungen keine Bestätigung aus dem Rathaus zu erhalten. Nachdem der Antrag jetzt mühelos das Gremium passierte, sagte Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) auf Nachfrage: „Wir hatten in den vergangenen Monaten noch viel abzustimmen.“ Er habe den Prozess nicht gefährden wollen und daher lieber zurückhaltend agiert. „Heute liegen uns natürlich mehr Fakten vor“, sagte Bernreuther.

Ein neues Geschäftskonzept

Nach den Angaben des Bürgermeisters wird in Thurnau nicht der Standort für eine neue Spedition entstehen. Vielmehr gehe es um ein neues Geschäftskonzept des Logistikers. So würden nicht nur Produkte angenommen und verteilt, sondern auch Komponenten zusammengebaut und verpackt.

Diese handwerklichen Tätigkeiten sorgten für neue Arbeitsstellen. Emons habe angegeben, dass 50 neue Arbeitsplätze entstehen würden. „Es freut mich, dass sie sich für Thurnau entschieden haben“, sagte Bernreuther.

Im Industriegebiet sei eine Mischung aus unterschiedlichen Firmen wünschenswert. Diese könnten auch kleinere Flächen belegen. „Wir haben 75 Prozent der Flächen verkauft und für den Rest liegen Reservierungen vor“, sagte Bernreuther.

Seit der Erweiterung des Industriegebiets in östliche Richtung habe sich dieses „sehr positiv entwickelt“. Von 22 Hektar sind 18 Hektar bebaubare Fläche. Innerhalb von sechs Jahren sei die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen in der Marktgemeinde von 720 auf 1000 angestiegen.

Der Neubau für Logistik und Produktion wird eine Länge von 208 Metern und eine Breite von 65 Metern haben. Der Verwaltungs- und Sozialtrakt ist in einer Größe von 28 auf zehn Metern geplant.

Zu der bebauten Fläche kommen Stellflächen für Fahrzeuge hinzu. So werde letztlich eine Gesamtfläche von 25.000 Quadratmetern der insgesamt 32.000 Quadratmeter genutzt, heißt es aus der Rathaus-Verwaltung.

Bürgerinitiative gegen Erweiterung

Emons wird sich neben Kober und gegenüber der Konrad Friedrichs GmbH & Co. KG ansiedeln.

Das Unternehmen selbst spricht auf seiner Webseite „vom größten Investitionsprogramm in der Geschichte“. Am 15. Oktober erfolgte der Spatenstich für die neue Logistikanlage in Kenzingen. In der Nähe von Freiburg wird eine knapp 9000 Quadratmeter große Umschlags- und Logistikfläche auf einem 30.000 Quadratmeter großen Grundstück errichtet. Das Investitionsvolumen: 13,5 Millionen Euro.

Der Beginn des Neubaus am Standort Thurnau ist im Frühjahr 2020 vorgesehen. Emons Spedition und Logistik verfügt weltweit über 104 Standorte, in Deutschland 58, und beschäftigt über 3000 Mitarbeiter.

In Himmelkron hatte sich eine Bürgerinitiative gegen die Erweiterung des Gewerbegebietes gegründet. Mit knapper Mehrheit ging das Ratsbegehren schließlich zugunsten des neuen 24 Hektar großen Areals aus.