In Weidenberg Eine Woche Pause vom Krieg in der Ukraine

Farbenfrohe Trachten und emotionale Momente: Ein ukrainisches Jugendensemble war zu Gast im Fichtelgebirge.

Die Jugendlichen des Folklore-Ensembles „Malva“ nahmen auch am Festumzug der Landjugend Stockau/Lehen teil. Foto: red

WEIDENBERG. Eine viel zu kurze, aber unvergessliche Woche lang erlebten Kinder und Jugendliche des ukrainischen Folklore-Ensembles „Malva“ aus der Stadt Swjahel unbeschwerte Momente fernab des Krieges. Im Rahmen des Projekts „Sommercamp Frankenbrücke“ und auf Einladung des Vereins Kriegskindernothilfe e. V. waren die jungen Gäste eine Woche lang im Naturfreundehaus „Königsheide“ bei Weidenberg untergebracht. Ziel der Aktion war es, den Jugendlichen, deren Alltag seit Jahren vom russischen Angriffskrieg überschattet wird, eine Auszeit voller Gemeinschaft, Zuversicht und kultureller Begegnungen zu schenken.

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Das abwechslungsreiche Programm bot den Gästen aus Osteuropa eine Mischung aus Freizeitspaß und Kulturauftritten. Ein echtes optisches Highlight war die Teilnahme am Festumzug zum Jubiläum der Landjugend Stockau/Lehen: In ihren farbenprächtigen, traditionellen Trachten zog das Ensemble die Blicke der zahlreichen Festbesucher auf sich. Ihr musikalisches und tänzerisches Können präsentierten die Jugendlichen zudem bei gut besuchten Auftritten in der altkatholischen Kirche sowie im AWO Seniorenzentrum in Weidenberg. Ein emotionaler Begegnungsabend mit ehrenamtlichen Ukrainehelfern sowie ein Besuch des Sommerfests des ukrainischen Vereins in Bayreuth stärkten die lokalen Bande.

Auch die Freizeit kam nicht zu kurz: Die Gruppe erkundete das Felsenlabyrinth auf der Luisenburg, sauste die Sommerrodelbahn in Bischofsgrün hinab und entspannte in der Therme Obernsees. Zu den Höhepunkten gehörten außerdem eine gemeinsame Probe mit dem Jugendblasorchester Bad Berneck sowie eine Stadtführung durch Bayreuth. Ein ganz besonderer Moment spielte sich dabei im Markgräflichen Opernhaus ab: Die Jugendlichen erhielten die seltene Gelegenheit, selbst auf der historischen Weltkulturerbe-Bühne zu stehen – eine Erfahrung, die viele von ihnen tief bewegte.

Neben den Ausflügen fanden täglich pädagogische Workshops statt. In den Gesprächen wurde einmal mehr deutlich, wie tiefgreifend der Krieg die Kindheit und Jugend der Teilnehmenden prägt. Die Organisatoren zogen am Ende eine positive Bilanz: Solche Freiräume, in denen junge Menschen Sicherheit, Wertschätzung und Gemeinschaft erleben dürfen, können die Belastungen in der Heimat zwar nicht ungeschehen machen. Sie schenken jedoch neue Kraft, stärken die Resilienz und schaffen bleibende Erinnerungen, die Hoffnung geben.