In Mehlmeisel Deutschlands größte Tiny-House-Siedlung

Die Tiny Houses von Mehlmeisel. Insgesamt 20 gibt es schon auf einem ehemaligen Campingplatz. Nun sollen 16 dazukommen. Das macht das Tiny House Village in Mehlmeisel zum wohl größten in Deutschland. Foto: Andreas Gewinner

MEHLMEISEL. Die größte Tiny-House-Siedlung Deutschlands, ja Europas, soll in Mehlmeisel entstehen. Zu den bestehenden 20 Häusern auf einem ehemaligen Campingplatz oberhalb des Ortes sollen bis zu 16 hinzukommen. Ein Baumhaus soll es auch geben.

Tiny Houses (winzige Häuser) sind mobile Häuser, die in der Regel nicht größer als eine herkömmliche Ein- oder Zweizimmerwohnung sind, aber eine optimale Raumausnutzung haben. Vor gut zwei Jahren kamen die ersten Tiny Houses auf den ehemaligen Campingplatz am Fuß des Klausenberges.

Außer Tiny Houses im engeren Sinne stehen hier inzwischen auch Bau- und Zirkuswagen. 30 Menschen leben hier. Nun stellten Philipp Sanders von der Tiny House GbR und Architekt Ralf Köferl vom Marktredwitzer Architekturbüro Kuchenreuther im Gemeinderat ihre Pläne vor.

Im Endausbau sollen zu den bestehenden 20 Häusern bis zu 16 hinzukommen, „größer soll es nicht werden, obwohl die Nachfrage da ist“, so Philipp Sanders. Auf dem Areal gibt es auch drei „Hotels“: Tiny Houses, die tageweise oder länger gemietet werden können, und die gut ausgelastet seien, so Sanders, „darunter viele Menschen, die das erste Mal überhaupt ins Fichtelgebirge kommen“.

Schnell abbaubar

Die künftigen Häuschen haben maximal 55 Quadratmeter Grundfläche, keinen Keller, und sie müssen binnen 24 Stunden abbaubar sein. Autoparkplätze sind nicht geplant auf dem Areal, es soll nur zum Be- und Entladen befahren werden. Außerhalb sind dafür 26 Stellplätze vorgesehen.

Das Wohnhaus der ehemaligen Campingplatzbetreiber soll ein Gemeinschaftshaus werden, denn eine Tiny-House-Siedlung soll keine anonyme Zweckgemeinschaft sein. Außerdem ist ein Café und in einer Ecke des Areals ein Baumhaus geplant. Die bestehende Eingrünung soll nicht angetastet werden. Lediglich die Hauptzufahrt soll asphaltiert werden. Erschließungskosten trägt der Betreiber.

Bürgermeister Franz Tauber warb für das Vorhaben: „Wir wollen es, das hilft uns bei den Einwohnerzahlen.“

Großes Medieninteresse

Er wies auf das große Medieninteresse an den Mehlmeisler Tiny Houses und die damit verbundene Werbung für den Ort hin; so habe ein Bericht im ZDF eine Zuschauerin auf den Ort aufmerksam gemacht, die dann ein Haus im Ort selbst gekauft habe. Auch die Frauenzeitschrift „Brigitte“ plant einen Besuch.

Und Tauber ergänzte, dass er Anfragen von Bürgermeisterkollegen aus ganz Deutschland bekomme, die sich für Tipps interessieren bei der Etablierung einer Tiny-House-Siedlung in ihrer eigenen Stadt oder Kommune. Und auch die anfängliche Skepsis in der Bauabteilung des Landratsamtes sei gewichen.

Auch aus dem Gemeinderat kamen keine grundsätzlich negativen Stimmen, zumal das Gremium in einer der vorangegangenen Sitzungen bereits einen positiven Grundsatzbeschluss gefasst hatte.

Allerdings wies man auf die nahen Schneekanonen und deren langfristig geplanten Ausbau und das ebenfalls geplante Familienland hin, was nicht zu Beschwerden wegen Lärms führen dürfe.

Günther Daubner hakte nach wegen einer angeblich geplanten Kindertagesstätte auf dem Gelände. Sanders stellte klar, dass es eine Anfrage gegeben habe für die Einrichtung eines Waldkindergartens, das habe sich aktuell aber zerschlagen; die Einrichtung sollte, so sie denn gekommen wäre, eine Ergänzung und keine Konkurrenz zum bestehenden Kindergarten der Gemeinde werden.

Besuch bitte nur nach Absprache

Die Bewohner des bestehenden Tiny Houses sehen sich großem Interesse von außerhalb gegenüber. Doch das Areal ist Privatgelände, entsprechende Schilder weisen darauf hin.

Aber eine Besichtigung nach Anmeldung ist möglich, Kontakt: thvbesichtigung@gmail.com  Oder alternativ zum Herbstfest (bei dem man auch ein paar Tiny Houses von innen sehen kann) am 28. September zwischen 11 und 17 Uhr.


Weitere Informationen: www.tinyhousevillage.de

 

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