In eigener Sache Der Nordbayerische Kurier ist umgezogen

Nach Jahrzehnten im Industriegebiet schlägt das Medienhaus Nordbayerischer Kurier ein neues Kapitel auf. Fortan sitzt der gesamte Verlag näher an der Bayreuther Innenstadt.

Als die letzten Umzugswagen in der Theodor-Schmidt-Straße 17 im Bayreuther Industriegebiet vom Hof fahren, endet eine jahrzehntelange Ära. Seit 1974 war hier der Sitz des Nordbayerischen Kuriers, in einem großen Komplex, in dem lange Zeit auch der eigene Druckbetrieb lief. Doch bereits im Mai 2019 gab das Medienhaus den Druckbetrieb in Bayreuth auf, seither wird in Hof gedruckt.

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Die ehemalige Immobilie in der Theodor-Schmidt-Straße. Foto: Andreas Schmitt

Zurück blieb im Industriegebiet eine Immobilie, deren weitläufige Flächen und Bürostrukturen nicht mehr zu den Anforderungen eines modernen Medienhauses mit digitalem Fokus passten. Es war Zeit für eine Veränderung und eine Orientierung Richtung Zentrum. Der Kurier ist schrittweise an einen neuen Standort in Bayreuth umgezogen.

Zentral und dennoch ruhig

Dieser neue Standort liegt in der Straße An der Feuerwache, direkt gegenüber der Ständigen Wache der Feuerwehr Bayreuth. Auf der Rückseite des Gebäudes fließt der Rote Main vorbei. Die Lage verbindet die gewünschte Innenstadtnähe mit einer erstaunlich ruhigen Umgebung: Trotz der zentralen Ausrichtung gibt es hier viel Grün und die Straße selbst wirkt beschaulich. Gleichzeitig sind die zentralen Punkte der Stadt von hier aus bequem zu Fuß erreichbar. Die Redaktion und der Verlag liegen damit nah am städtischen Geschehen, ohne mitten im Trubel zu sein.

Der neue Kurier-Standort ist direkt gegenüber der Feuerwache. Foto: Adeline Lehmann

Die neuen Räumlichkeiten erstrecken sich über drei Stockwerke. Helle, von natürlichem Licht geprägte Flure verbinden die großzügigen Büros der verschiedenen Bereiche des Hauses, zu denen unter anderem die Redaktion, der Lesermarkt, die Anzeigenabteilung, die Logistik und das Marketing gehören.

Mehrere Sitzgelegenheiten laden ein. Foto: Adeline Lehmann

Überall im Gebäude finden sich kleine Sitzbereiche, die sich für kurze Gespräche oder spontane Abstimmungen zwischendurch anbieten. Während an den Wänden bereits die ersten Bilder hängen und die Mitarbeiter damit beginnen, ihre Arbeitsplätze individuell zu gestalten, läuft der Alltag am neuen Standort nahtlos weiter.

Was sich für Kunden ändert

Wer jetzt im neuen Gebäude vorbeischaut, stellt fest, dass sich mit dem Umzug auch das Angebot verändert. Andrea Reißenweber, die als eine der beiden Mitarbeiterinnen am Empfang für viele das Gesicht der Marke Kurier ist, beschreibt den Schritt als Konzentration auf das „Kerngeschäft“. Also klassische Dienstleistungen rund um Anzeigen und Abonnements.

Auch am neuen Standort beraten die Leser-Service Mitarbeiter Kunden rund um Abos und Anzeigen. Foto: Adeline Lehmann

Geschäftsführer Andreas Heinkel von der HCSB-Verlagsgruppe (Hof, Coburg, Suhl, Bayreuth), zu der der Nordbayerische Kurier gehört, stellt klar: „Am neuen Standort des Kuriers werden wir keine Handelswaren wie Bücher oder Tickets für Veranstaltungen mehr verkaufen. Unser Leser-Service am Empfang steht weiterhin für alle Fragen rund um das Abonnement oder private Anzeigen, etwa Traueranzeigen, zur Verfügung.“

Bereits am Dienstag wurden Kunden am neuen Standort empfangen, während Lastwagen die letzten Möbel lieferten. In den Tagen davor war der Standort allerdings noch stark von organisatorischen Arbeiten geprägt. Neben dem laufenden Tagesgeschäft wurden Kisten ausgepackt, Arbeitsplätze und Technik eingerichtet und letzte Details geklärt.

Während im Gebäude schon wieder Arbeitsalltag herrscht, liefern Lastwagen noch letzte Gegenstände und auch Möbel an. Foto: Adeline Lehmann

Am ersten Tag gab es keine Nachfragen nach den früheren Zusatzangeboten. Stattdessen waren die Mitarbeiterinnen am Empfang ähnlich ausgelastet wie zuvor am alten Standort. Eine Kundin musste sich zunächst neu orientieren, da ihr Navigationssystem die neue Adresse noch nicht kannte. Dennoch fand sie den Weg, wie Reißenweber erzählt. Für Kunden aus Bayreuth bringt die neue Adresse kürzere Wege. Der Standort ist sowohl mit dem Auto als auch fußläufig und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.

Standort-Historie des Kuriers

Mehr als 50 Jahre war der Nordbayerische Kurier im Industriegebiet zu Hause. Nach dem Ende des Druckbetriebs im Mai 2019 verloren die großen Hallen dort ihre ursprüngliche Funktion.

Geschäftsführer Andreas Heinkel beschreibt die Entwicklung so: „Seit 1974 war der Nordbayerische Kurier in der Theodor-Schmidt-Straße mit Verlag und Druckerei zu finden. Seither hat sich sehr viel verändert. Die Anforderungen an eine moderne Arbeitsumgebung waren in der in die Jahre gekommenen Immobilie nicht mehr gegeben. Es wurde dringend Zeit, einen neuen Standort zu finden.“

Das alte Großraumbüro der Redaktion. Foto: Andreas Schmitt

Die Suche nach einem neuen Standort verlief über mehrere Jahre und war kein Schnellschuss. „Vor rund drei Jahren haben wir intensiv begonnen, nach einem neuen Standort zu suchen. Dabei haben wir etwa 15 Immobilien geprüft, bis mit der Feuerwache 5 das für uns passende Objekt gefunden war“, sagt Heinkel.

Das Team hinter den Kulissen

Ein Medienhaus umzuziehen bedeutet, dass die tägliche Produktion von Print und Online weiterlaufen muss. Hauptverantwortlich für die Organisation des Umzugs waren Justin Zeitler, Leiter Procurement und Facility Management, sowie Alexandra Müller, Assistenz Facility Management, gemeinsam mit Christine Höllerer aus der Geschäftsführung. Zeitler und Müller pendelten in der heißen Phase täglich zwischen Hof und Bayreuth. „Planung ist das Wichtigste bei so einem Umzug. Bis jetzt ist alles reibungslos abgelaufen“, sagt Zeitler. Vor dem Einzug mussten noch Arbeiten wie neue Bodenbeläge, Malerarbeiten und erste Möbellieferungen koordiniert werden.

Von links: Alexandra Müller und Justin Zeitler von der HCSB-Immobilienverwaltung pendeln in der heißen Phase fast täglich aus Hof. Foto: Adeline Lehmann

Der Umzug erfolgte in mehreren Wellen. „Wir sind ohne Zeitverzug in Phasen durchgekommen, bis Mittwoch lief die dritte Welle“, so Zeitler. Während der Betrieb am neuen Standort bereits läuft, wird die alte Immobilie im Industriegebiet nun vollständig geräumt und übergeben.

90 Mitarbeiter hat der Nordbayerische Kurier im Jahr 2026

Der neue Standort verändert auch die Rahmenbedingungen für die Belegschaft. Heinkel nennt dazu konkrete Zahlen: „Insgesamt arbeiten rund 90 Kolleginnen und Kollegen am Standort, die sich 60 Arbeitsplätze teilen.“ Dahinter steht eine klare strategische Ausrichtung: „Vor allem für unsere Kolleginnen und Kollegen möchten wir ein angenehmes und modernes Arbeitsumfeld schaffen. Nur so entwickelt sich der kreative Teamgeist, der nötig ist, um alle bestehenden und zukünftigen Kanäle, egal ob Print oder Online, mit regionalem Qualitätsjournalismus zu bedienen.“

Andreas Schmitt, Redaktionsleiter des Nordbayerischen Kuriers, arbeitet auch schon auf Hochtouren von seinem neuen Büro aus. Foto: Adeline Lehmann

Für die Redaktion bringt der neue Standort eine stärkere Nähe zum städtischen Alltag. Redaktionsleiter Andreas Schmitt beschreibt den Kurier nun als noch stärker im Zentrum des Verbreitungsgebiets verankert.

Die Redaktion sei „präsenter für die Stadtgesellschaft“ und näher an Orten, an denen Entscheidungen getroffen werden, etwa im Rathaus, an Gerichten, in der Regierung von Oberfranken sowie bei Veranstaltungen in der Innenstadt.

Alle Infos zum Umzug

Adresse und Lage
An der Feuerwache 5 (direkt zwischen der Ständigen Wache der Feuerwehr Bayreuth und dem Roten Main).

Anreise
Kundenparkplätze sind direkt vor dem Tor an der Straße ausgewiesen.

Es gibt drei Optionen, die Kurier-Geschäftsstelle von den umliegenden Haltestellen per ÖPNV zu Fuß zu erreichen:

> Option eins (circa 600 Meter Fußweg):
Haltestelle Berliner Platz (via Eduard-Bayerlein-Straße / An der Feuerwache).

> Option zwei (circa 750 Meter Fußweg):
Haltestelle Rotmainhalle – von dort führt der Weg hintenrum entlang des Roten Mains direkt zum Gebäude.

> Option drei (circa 850 Meter Fußweg):
Von der ZOH (Zentralen Omnibushaltestelle) geht es bequem zu Fuß durch die Innenstadt zum neuen Standort.

Service-Angebot vor Ort

> Was bleibt:
Beratung zu Abonnements (Bestellung, Änderungen, Kündigung) sowie die Aufgabe von privaten Anzeigen (zum Beispiel Traueranzeigen).

> Was wegfällt:
Ab sofort findet kein Verkauf von Büchern und kein Ticketverkauf mehr für Veranstaltungen mehr statt.

> Website:
Digitale Services, Ticket-Links und Online-Anzeigenportale finden Sie weiterhin im Internet unter www.kurier.de.