In diesem Jahr liegt bei der Kulmbacher Motorradsternfahrt der Fokus auf Sicherheit Motorradfahren: Besser mit weniger Risiko unterwegs

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Kaum werden die Tage länger und wärmer, brausen die ersten Motorräder über die oberfränkischen Straßen. Trotz aller Sicherheitskampagnen ist die traurige Bilanz des Vorjahres: Die Mehrheit der Unfälle haben die Motorradfahrer selbst verursacht. Die Kulmbacher Brauerei will als Veranstalter der 15. Motorradsternfahrt darauf reagieren.

Das Polizeipräsidium Oberfranken meldet in seiner aktuellen Verkehrsstatistik 570 Motorradunfälle (im Vorjahr: 468). Das heißt mit anderen Worten: Im Vergleich zu 2013 haben die Motorradunfälle in Oberfranken im Jahr 2014 um 21,79 Prozent zugenommen. Allerdings könne dies „witterungsbedingt durch die vergleichsweise lange Motorradsaison“ entstanden sein, vermutet die Polizei.

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Neun tödliche Motorradunfälle

Allein 603 „Kradfahrer“ waren im Jahr 2014 an Unfällen beteiligt. In 351 Fällen waren die Motorradfahrer die Verursacher. 544 Personen wurden im vergangenen Jahr bei Motorradunfällen verletzt, neun davon tödlich. Ausgerechnet zum Zeitpunkt des Sternfahrt-Wochenendes im Vorjahr ließ ein Motorradfahrer sein Leben bei einer Tour durchs Fichtelgebirge. Alles in allem zwar die Zahl der getöteten Motorradfahrer im Vergleich zu den vergangenen zehn Jahren zurück (2005: 16; 2013: 10). Und sie erreicht glücklicherweise auch nicht mehr den Höchststand von 27 getöteten Motorradfahrern im Jahr 2007.

Dennoch sieht sich die Kulmbacher Brauerei als Veranstalter der jährlichen Motorradsternfahrt stärker in der Pflicht, noch intensiver auf das Thema Verkehrssicherheit aufmerksam zu machen. Schließlich ist sie Partner des bayerischen Verkehrssicherheitsprogramms „Bayern mobil – sicher ans Ziel“. Das sieht unter anderem vor, die Zahl der bayerischen Verkehrstoten (550) um 30 Prozent zu senken. Motorradfahrer haben im Straßenverkehr immer noch das größte Risiko.

Verkehrserziehung als Mitmach-Parcours

Risiken zu verringern und die Sicherheit zu erhöhen, steht bei der Motorradsternfahrt am 25. und 26. April im Vordergrund. Auf riskante Stunt-Vorführungen wird daher in diesem Jahr verzichtet. „Wir haben unser Konzept für die 15. Motorradsternfahrt in diesem Jahr überarbeitet“, sagt Christina Daumann von der Kulmbacher Brauerei. Die Informationen zum Thema Sicherheit würden „geballt“ und in einem „Mitmach-Parcours“ vermittelt.

Dabei geht es zum Beispiel um die beste Ausrüstung, die Fitness des Fahrers, den technischen Zustand des Motorrads und das Verhalten im Straßenverkehr. „Wir stellen auch ein Unfallszenario nach und jeder kann sein Erste-Hilfe-Wissen überprüfen“, schildert Johannes Schaller im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Feuerwehr zeigt in Sondervorführungen, wie sie bei Unfällen mit Hilfe der Rettungsschere Menschenleben rettet. Mit dem Feuerlöscher darf ausprobiert werden, wie ein Feuer gelöscht wird.

Sieben Stationen

Sieben Stationen sollen die Besucher der Sternfahrt für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisieren. Dabei stehen praktische Fragen im Vordergrund: Wie muss ein guter Helm sitzen? Was ist an technischen Veränderungen, Stichwort Tuning, an meinem Motorrad erlaubt? Wie finde ich versteckte Mängel? Wie beeinflussen Alkohol oder Medikamente mein Reaktionsvermögen? Ab wann brauche ich für ein Elektrofahrrad einen Führerschein?

Unfallursache Nummer 1: Zu hohe Geschwindigkeit

Die Hauptunfallursache bei den schweren und tödlichen Verkehrsunfällen mit Motorradfahrern war im vergangenen Jahr in 128 Fällen eine überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit, informiert Polizeisprecher Peter Neder. Die Motorradsaison habe aufgrund der milden Temperaturen zwei Monate länger gedauert. „Dementsprechend kam es zu vermehrten Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Motorradfahrern.“

Zum diesjährigen Start in die Motorradsaison sei der präventive Charakter der Motorradsternfahrt daher nochmals gestärkt worden.

Info: Um die Fahrfähigkeiten auf zwei Rädern nach der Winterpause aufzufrischen, empfiehlt die Polizei jedem Motorradfahrer, sich zum Saisonbeginn für ein Fahrsicherheitstraining anzumelden. Die Verkehrsakademie Kulmbach bietet am Samstag, 25. April, zwischen 16.30 und 18.30 Uhr ein Aufwärmtraining an (Anmeldung unter Telefon 0 92 21/7 60 10). Der Verband der Bayerischen Fahrlehrer hält am Sonntag, 26. April, von 11 bis 17 Uhr ein kostenloses Fahrsicherheitstraining auf dem Freibadparkplatz.