Immer weniger Bienenköniginnen Alles für eine ungestörte Paarung

Mitglieder des Bienenzuchtvereins Pegnitz haben rund um die Königinnen-Belegstelle am Forsthaus Hufeisen den Zaun erneuert. Fachsimpeln unter Partnern vor dem Bienenhaus am Forsthaus: Belegstellenleiter Werner Lautner (links) und Revierleiter Harald Kannowsky. Foto: Klaus Trenz

Bienenzuchtverein Pegnitz saniert die Belegstelle beim Forsthaus Hufeisen, damit die Königin für ein leistungsfähiges Volk sorgt

Pegnitz - Bienenköniginnen haben es gut. Sie sind geschätzt, werden umsorgt und gehegt und man passt auf, dass sie nicht an den Falschen geraten. Der Bienenzuchtverein Pegnitz macht das schon seit Jahrzehnten. Und ebenso lang betreibt man die sogenannte Belegstelle in Partnerschaft mit den Bayerischen Staatsforsten beim Forsthaus Hufeisen. Dort darf sich die Bienenkönigin mit ausgesuchten Drohnen paaren, damit ein krankheitsresistentes, sanftes und leistungsfähiges Bienenvolk entsteht, erklärt Vorsitzender Bernhard Lang.

In der vergangenen Woche wurde die Königinnen-Belegstelle mit den Bienenständen ausgelichtet und der Zaun rund um das Gelände erneuert, schließlich sollen dort die Bienen ihre Ruhe haben. Die Bayerischen Staatsforsten stellen dafür bereits seit 1967 den Pegnitzer Imkern das Gelände kostenlos zur Verfügung. Auch zwei Fachkräfte halfen mit, lichteten es etwas aus und unterstützten die Vereinsmitglieder Corona-konform in Zweiergruppen beim Aufstellen des neuen Zauns. „Wir stellen auch das Zaunmaterial im Wert von rund 1300 Euro zur Verfügung, so Revierleiter Harald Kannowsky. Man habe auch im Umfeld der Belegstelle Blühwiesen angelegt, damit die Bienen und auch andere Insekten Nahrung finden. Diese Partnerschaft sei geradezu „hervorragend“, betont Lang. Und die Belegstelle geradezu ideal für die Zucht von Bienenvölkern: „An den Bienenständen zu Hause sei eine kontrollierte Paarung der Königinnen gar nicht möglich.“

Königin und Drohne müssen passen

Man achtet sehr genau darauf, dass das „Zuchtmaterial“ – Königin und Drohne – auch ein gutes ist und zusammenpasst, erklärt der Vorsitzende. Dafür bringt man kleine, drohnenlose Bienenvölkchen mit einer Königin zur Belegstelle, also ein kleiner Schwarm nur mit den weiblichen Arbeitsbienen und ohne die männliche Bienen. An der Belegstelle wartet ein von den Imkern ausgesuchtes Begattungsvolk mit Drohnen. Letztere haben dann nur eine Aufgabe: die Begattung der Königin, was für sie aber tragisch endet. Nicht nur, dass der Drohn sich gegen seine Rivalen durchsetzten muss: Er stirbt nach der Befruchtung der Königin, hat aber seine Aufgabe erfüllt. Die Königin wird danach in der Lage sein, pro Tag bis zu 1500 Eier zu legen.

Die Belegstelle im Veldensteiner Forst ist für die Imker nahezu ideal, immerhin handelt es sich bei dem Waldgebiet um rund 5500 Hektar zusammenhängendes Waldgebiet, erklärt der 30-jährige Belegstellenleiter Werner Lautner. Seine wichtigste Aufgabe ist, darauf zu achten, dass nicht fremde Drohnen von anderen Völkern in der Nähe des Forsts mit den vereinseigenen Königinnen in Kontakt kommt, sonst könnte es unerwünschte Zuchtergebnisse geben. Dafür gibt es einen „Schutzgürtel“ mit einem Durchmesser von rund 7,5 Kilometer rund um die Belegstelle, denn Bienen können weite Wege zurücklegen. Lautner achtet darauf, dass innerhalb dieses Schutzgürtels kein anderer Bienenstand vorkommt. Und er kontrolliert das auch: „Es dürfen in diesem Bereich nur unsere Zuchtbienen stehen.“ Dabei hilft ihm ein Gesetz, das es nur in Bayern gibt: Das bayerische Tierzuchtgesetz, in dem die Bienenzucht geregelt ist. Imker müssen ihre Bienenstände beim Veterinäramt anmelden, denn Bienen sind Nutztiere.

Nur noch 200 bis 300 Königinnen

Lautner hat neben seiner Aufpasserrolle noch weitere Aufgaben. Er dokumentiert das Zuchtgeschehen, richtet die Völker, wählt sie aus, ob sie zueinanderpassen, betreut die Bienenstände und das Gelände. Zweimal in der Woche macht er das für seinen Pegnitzer Verein. Zwischen 200 und 300 Bienenköniginnen werden zwischen Mai und bis Ende Juli wohl in diesem Jahr unter seine Fittiche kommen. Zu besten Zeiten, so erinnert sich Lang, waren das um die 800.

„Die Zucht ist das A und O der Imkerei“, betont Lautner, der seit 15 Jahren bei den Pegnitzer Bienenzüchtern ist und vor rund zwölf Jahren mit dem Imkern angefangen hat. Die Bienenzucht werde aber eigentlich nur noch von einem kleinen Teil der Imkerschaft gemacht. In Bayern gebe es noch bis zu 250 aktive Züchter und nur noch 27 solcher Königinnen-Belegstellen, darunter drei in ganz Oberfranken.

 

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