Immenreuth Bürgermeister-Kandidat im Internet gesucht

Ein Screenshot von der Homepage der SPD Immenreuth. Screenshot: Peter Gisder

IMMENREUTH. Würden Sie gern hauptamtlicher Bürgermeister in der Besoldungsgruppe A 14 werden? Der SPD-Ortsverein Immenreuth (Landkreis Tirschenreuth) sucht noch bis 31. August Bewerber für eine Kandidatur bei der Kommunalwahl im März per Anzeige und im Internet. Einzige Voraussetzung: „kommunalpolitisches Interesse“. Bewerber müssten nicht zwingend in Immenreuth wohnen und nicht einmal SPD-Mitglied sein, heißt es in der Ausschreibung, die der Ortsverein auf seiner Homepage veröffentlicht hat. Die politische Konkurrenz reagiert verschnupft.

SPD-Ortsvereinsvorsitzender Alfred Schuster ist hörbar zufrieden mit seiner Aktion. „Ein vielversprechender Interessent hat sich gleich nach der Veröffentlichung am 24. Juli gemeldet“, sagt er dem Kurier. Dessen Namen verrät er ebenso wenig wie den Wohnort des Bewerbers, schließlich läuft die Bewerbungsfrist noch bis 31. August. Nur: Es ist kein Immenreuther und er habe schon ein kurzes Gespräch mit ihm geführt, sagt Schuster.

Neuanfang nach Affäre

Warum er diesen ungewöhnlichen Weg der Kandidatensuche gewählt hat, erklärt Schuster so: Immenreuth brauche nach der Affäre um den wegen Untreue verurteilten und suspendierten CSU-Bürgermeister Heinz Lorenz einen Neuanfang. Mit 64 Jahren sei er selbst dafür nicht der richtige Kandidat, zumal er bei der Kommunalwahl 2014 wegen seiner Haltung beim Thema Flüchtlinge abgestraft und nicht wieder in den Gemeinderat gewählt worden sei. Jüngere Immenreuther, die er angesprochen habe, seien nicht zur Kandidatur für die SPD bereit gewesen.

Nach dem Übertritt zweier SPD-Gemeinderatsmitglieder zur neuen Immenreuther Wählergemeinschaft (IWG), die ebenfalls einen noch unbekannten Bürgermeisterkandidaten präsentieren will, ist nur noch ein SPD-Gemeinderat übrig. Seinen Vorschlag, dass die demokratischen Kräfte nach der Lorenz-Affäre im März mit einem gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten und einer gemeinsamen Liste zur Wahl antreten, trügen CSU und Freie Wähler nicht mit, sagt Schuster.

Gemeinsamer Kandidat

Diese Darstellung weisen beide Konkurrenten entschieden zurück. Das mit dem gemeinsamen Kandidaten „wollten wir machen“, sagt Eberhard Besold, Vorsitzender der Freie-Wähler-Fraktion im Gemeinderat.“ Ausgeschert sei Schuster. Von dessen eigener Kandidatensuche „überrascht“ zeigt sich auch CSU-Ortsvorsitzender Lothar Porst. "Es gab einen gemeinsamen Kandidaten, mit dem alle drei Fraktionen schon gesprochen haben“, sagt er. Er könne sich nicht erklären, warum Schuster nun vorpresche. „Er ist ja für Alleingänge bekannt“, sagt Porst.

Absage der SPD

Bei dem Beinahe-Kandidaten aller drei Fraktionen handelt es sich offenbar um Kämmerer und Verwaltungsleiter Thomas Kaufmann. Ofiziell bestätigen will den Namen zwar niemand, doch sagt Schuster auf die Frage, warum die SPD diesen Kandidaten nicht unterstütze, wenn sie schon keinen eigenen habe: „Dann müsste man ja Vertrauen in ihn haben.“ Kaufmann habe jetzt schon 1000 Überstunden angesammelt und stehe nicht für einen Neubeginn in Immenreuth.

Kandidatenkür Ende August

Kaufmann selbst will sich zu seiner möglichen Kandidatur nicht äußern, räumt aber ein, dass sich wegen der Doppelbelastung, die er seit Jahresanfang ausübe, weil der frühere Geschäftsleiter aus gesundheitslichen Grünen zurückgezogen habe, viele Überstunden angesammelt hätten. Die CSU, die das Bürgermeisteramt mit dem mittlerweile suspeniderten Heinz Lorenz erst 2014 von der SPD zurückerobert hatte, will ihren neuen Kandidaten offiziell Ende August präsentieren. Zumindest die Freien Wähler suchen keinen eigenen Kandidaten. Sie wollen den der CSU unterstützen.

 

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