Im November soll Baustelle für Umgehungsstraße eingerichtet werden Am Bindlacher Berg soll's losgehen

Von Christina Knorz

Jörg Döhler ist der Mann, auf den einige Bürger am Bindlacher Berg seit 15 Jahren warten. Der Bauleiter der Firma Rädlinger aus Selbitz will im November die Baustelle für die Umgehungsstraße einrichten.  "Es geht wirklich los?", fragt Roland Meier (Bergliste). "Daran hatte ich zwischendurch nicht mehr geglaubt."

Nach mehr als 15 Jahren löst die Gemeinde Bindlach ein Versprechen ein. Der Bau der Umgehungsstraße soll im November tatsächlich beginnen. Foto: Andreas Harbach Foto: red

Jörg Döhler hat jetzt die Pläne aus dem Landratsamt. Er beginnt am südlichen Ende des Ortsteils mit den Bauarbeiten. Der Verkehr wird in diesem Jahr nicht beeinträchtigt. Zunächst muss der Boden abgetragen, ein Regenrückhaltebecken gebaut und Wasserleitungen verlegt werden - alles Vorarbeiten. Wie weit er kommt, weiß Döhler nicht. "Im schlimmsten Fall geht nicht viel." In der nächsten Woche trifft sich Döhler mit den Ingenieuren vom Landratsamt zur Baueinweisung. In der zweiten Novemberwoche soll die Baustelle eingerichtet werden.

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Bürgerbegerhen stoppt Umgehungsstraße

Der Bauleiter kennt den Bindlacher Berg von einer früheren Baustelle. Als seine Leute vor sechs Jahren die Staatsstraße zwischen Allersdorf und Dressendorf erneuert haben, wollte er am liebsten die Umgehungsstraße am Berg gleich mitmachen. "Wir hatten gehofft, wir könnten durcharbeiten, wo wir schon mal da sind", sagt Döhler. Aber das Bürgerbegehren kam dazwischen. Und damit das vorläufige Aus für die Pläne.

Jetzt wird die Umgehung kürzer und billiger

Einige hundert Meter hat Döhler damals die Straße Richtung Bindlacher Berg erneuert. Jetzt soll die Umgehungsstraße folgen. Im Vergleich zu den Plänen von damals aber kürzer und günstiger. Bürgermeister Gerald Kolb (WG) hatte das in einer Gemeinderatsstitzung dem Bürgerbegehren positiv zugerechnet. Davon abgesehen hatte das Nein der Bürger gegen die Pläne des Gemeinderats die meisten Fraktionen erschüttert.

Keine Laster mehr vor dem Haus

Die Umgehungsstraße soll das Wohngebiet vom Gewerbegebiet trennen. Der Schwerlastverkehr und die schlechten Straßenverhältnisse hat die Bürger viele Jahre geärgert. Die Umgehung war den Bürgern in den 90er Jahren von der Gemeinde versprochen worden.

Gewerbegebiet ausbauen

Roland Meier sagt, ihn hätten Zweifel geplagt in alle den Jahren, ob die Umgehung jemals kommt. Er habe nachgefragt, sei vertröstet worden. Der Vorsitzende der Bergliste findet es wichtig, dass das Gewerbegebiet "richtig erschlossen" wird. "Wenn wir hier schon ein Gewerbegebiet haben, müssen wir es auch zum Wohl der Gemeinde nutzen", sagt Meier. Wichtig sei nur, dass es Firmen sind, die sich mit dem Wohngebiet vertragen. 

Erste Rechnung über 1,7 Millionen Euro

Im ersten Bauabschnitt erstellen Döhlers Leute die neue Straße parallel zum Panzerplattenweg, die Umgehung um das Wohngebiet und den kleinen Kreisel, mit dem sie an die Goldkronacher Straße angeschlossen wird. Das alles entsteht aber erst nächstes Jahr und soll knapp 1,7 Millionen Euro kosten.

Die Mehrheit war dagegen

80 Prozent der Bindlacher Wähler hatten sich beim Bürgerbegehren im Oktober 2010 gegen den Bau der Umgehungsstraße ausgesprochen. Damals stimmte man über die sogenannte Große Umgehung ab, die sowohl das Wohn-, als auch das Gewerbegebiet umfahren hätte. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens hatten mit der hohen Finanzlast und Naturschutzgründen argumentiert. Die Wahlbeteiligung lag bei 51,2 Prozent.

Ein ehemaliger Gegener stimmt jetzt zu

Anwohner Markus Hübsch war ein Gegner der Umgehungsstraße. Mittlerweile befürwortet er sie als "kleineres Übel". Ihm ist wichtig, dass die Goldkronacher Straße saniert wird. "Das holpert und scheppert wie Sau, sie ist nicht befahrbar." Er verrät nicht, wie er vor fünf Jahren abgestimmt hat. Sagt aber, jetzt brauche er kein Bürgerbegehren mehr. "Wir sollten bloß die Füße still halten, sonst tut sich hier oben für uns in den nächsten zehn Jahren gar nichts."

Der Bindlacher Gemeinderat hatte vor zwei Jahren die kleine Umgehungsstraße einstimmig in Angriff genommen. Bürgermeister Gerald Kolb ist jetzt glücklich, dass es "nach all den Jahren endlich los geht. Das war ein unglaublicher Kampf."