Im Landkreis Landwirte begrüßen erleichterten Abschuss

red

Die Bauern im Landkreis Wunsiedel drückt an vielen Stellen der Schuh. Über die wichtigsten Anliegen sprachen sie jüngst mit der bayerischen Agrarministerin Michaela Kaniber.

Unter bestimmten Umständen ist in Bayern der Abschuss von Fischottern (Bild) mittlerweile möglich. Foto: /Bernd Wüstneck/dpa

Die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat sich vor Kurzem mit Vertretern des Kreisvorstandes Wunsiedler Bauernverbandes getroffen. Unter der Leitung von Kreisobmann Harald Fischer diskutierten die Bäuerinnen und Bauern über Themen, die ihnen auf den Nägeln brennen, wie es in einer Mitteilung des Verbandes heißt. „Wir haben viele Baustellen, die uns ausbremsen und belasten“, brachte es Kreisbäuerin Karin Reichel auf den Punkt.

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Sorgen wegen Phosphoreintrags

Aktuell macht den Landwirten ein „Gelbes Gebiet“ Sorgen. Dies sind Gebiete, die aufgrund eines erhöhten Phosphorgehaltes in Oberflächengewässern ausgewiesen werden müssen, was weitreichende Einschränkungen in der Bewirtschaftung für die Bauern bedeutet. In den angesprochenen Fällen in Schwarzenbach an der Saale und Kirchenlamitz scheint der Phosphoreintrag in das Gewässer nicht aus der Landwirtschaft, sondern aus öffentlichen Abwässern zu kommen. Hier will man mit Ortsterminen aussagekräftige und nachvollziehbare Messungen durch das Wasserwirtschaftsamt erwirken.

Eine weitere Großbaustelle ist der für die Landwirte wichtige Mehrfachantrag. Hier läuft beim Meldeprogramm noch längst nicht alles rund, was zu unverschuldeten Falschmeldungen führen kann, die Sanktionen nach sich ziehen könnten. Hierzu riet die Ministerin, die vom Freistaat angebotenen technischen Hilfen wie eine neue App und die Beratungsangebote der Landwirtschaftsverwaltung in Anspruch zu nehmen.

Tierhalter wollen Planungssicherheit

Gerhard Küspert, Ferkelerzeuger aus Voitsumra, ging auf die Tierhaltung am Beispiel der Schweine ein. „Auch wir wollen mehr Tierwohl, aber dafür brauchen wir Planungssicherheit.“ Investitionen summierten sich heutzutage in Millionenhöhe, da wollten die Banken in erster Linie zuverlässige staatliche Rahmenvorgaben, um Kredite zu vergeben. Kaniber: „Zwei Drittel der Verkaufserlöse unserer Betriebe in Bayern stammen aus der Tierhaltung. Deshalb empört es mich so, dass die Bundesregierung von einer faktischen Halbierung der Nutztierhaltung spricht, ohne den Betrieben eine wirtschaftliche Perspektive aufzuzeigen.“ In dem vom Bundesminister Cem Özdemir vorgestellten Tierwohlprogramm fehle ihrer Meinung nach ein Gesamtkonzept aus Tierhaltungskennzeichnung, langfristiger gesicherter Finanzierung sowie Anpassungen im Immissionsschutz- und Baurecht.

Ein großes Thema waren auch die immer knapper werdenden landwirtschaftlichen Flächen. Hierzu war man sich einig, dass im Hinblick auf die Ernährungssicherheit und den großen Bedarf an Erneuerbaren Energien, die verpflichtende Stilllegung von Ackerflächen in der EU weiter ausgesetzt werden sollte.

Herdenschutzmaßnahmen überall

Dass die Otterentnahme und Wolfsregulierung durch die Staatsregierung mit eigenen bayerischen Vorschriften erleichtert wurde, um die Teichwirtschaft und Weidetierhaltung zu erhalten, begrüßten alle Teilnehmer. Hierzu forderten sie, dass die Förderung von Herdenschutzmaßnahmen, die sich bisher nur auf vier Gemeinden beschränkt, auf den ganzen Landkreis Wunsiedel ausgedehnt wird. Der ebenfalls anwesende Landtagsabgeordneter Martin Schöffel sagte zu, demnächst einen Antrag im Landtag einzubringen, der die flächendeckende und wiederkehrende Förderung von Wolfsschutzmaßnahmen umfasst.

Weitere Themen des knapp einstündigen Gespräches waren die Gasölverbilligung, der Naturschutz, die Ausweisung von Biotopen und die Anregung aus der Veterinärverwaltung, Futterreserven anzulegen, um im Dürre-Notfall schnell reagieren zu können.