„Im grünen Bereich“ Radon: 390 Becquerel in Warmensteinacher Klassenzimmer

Das Thema Radon in Schulgebäuden zieht Kreise im Fichtelgebirge. Außer in Fichtelberg und Mehlmeisel fanden auch schon Messungen im Schulhaus Warmensteinach statt. Die Werte sind erhöht. Aber sie sind weit von denen im Fichtelberger Schulhaus entfernt.

Die Spannbreite der Werte reicht von 130 Becquerel Radon je Kubikmeter Raumluft bis 630 Becquerel. Dieser Höchstwert wurde in einem als Abstellkammer genutzten Kellerraum gemessen. Messorte waren auch das Lehrerzimmer und ein Klassenraum. Im Klassenraum wurden 390 Becquerel gemessen.

Das liegt etwas über einigen Empfehlungswerten, ab denen Maßnahmen am Haus zur Reduzierung des Radonwertes gemacht werden sollten. So empfiehlt die Deutsche Strahlenschutzkommission bei bestehenden Gebäuden ab 250 Becquerel „einfache Maßnahmen“ zu ergreifen. Das kann zum Beispiel ein Dauerkippen der Kellerfenster oder eine luftdichte Kellertür sein. Die Europäische Kommission empfiehlt Maßnahmen ab 400 Becquerel. Unterstellt wird bei solchen Empfehlungswerten allerdings in der Regel, dass es sich um Wohnhäuser handelt, in denen sich die Menschen zwölf und mehr Stunden am Tag aufhalten und dies viele Jahre oder sogar Jahrzehnte. Ein Richtwert für die Belastung an Arbeitsstätten liegt bei 1000 Becquerel.

Schon vor Fichtelberg gemessen

Die Messungen fanden bereits vor fast einem halben Jahr statt, und zwar vom 6. November bis 18. Februar. Sie begannen damit bereits vor den Messungen an der Fichtelberger Schule, deren Ergebnisse so viel Aufregung verursachten. Die Messung hat das Bayerische Landesamt für Umweltschutz (LfU) gemacht, veranlasst hat es die Kommune. Das LfU wertet bei einer Radonmessung die Daten aus und ordnet sie in einem kurzen Bericht für den Auftraggeber ein.

Und gewusst haben es offenbar nicht viele. „Wir wollten das nicht an die große Glocke hängen“, so Matthias Dorner, Verwaltungsleiter im Rathaus. Bauliche Änderungen oder Maßnahmen am Schulhaus seien „momentan nicht“ geplant, so Dorner, „für uns waren die Werte eigentlich in Ordnung“.

Der Elternbeirat kennt die Werte beziehungsweise deren Auswertung erst seit kurzem. Die Werte seien erst in den Pfingstferien vorgelegen, „wir haben uns im Elternbeirat noch nicht treffen und zu dem Thema eine Meinung bilden können“, so Vorsitzende Gudrun Kneidl. Zufrieden mit dem Ergebnis ist Schulleiterin Angelika Heinrich: „Alles im grünen Bereich, man weiß es jetzt wenigstens, wir sind froh.“

 

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