Das Prinzip der Aktion ist ganz einfach: Wer hat, der gibt, wer benötigt, der erhält. Im Hauptquartier seiner Ein-Mann-Hilfsaktion nimmt Sommerfeld Lebensmittel entgegen und gibt sie an notleidende Menschen ab.

Die Hygiene ist gewahrt, sagt er. Mit Mundschutz und Gummihandschuhen nimmt der Missionar zwischen 9 und 17 Uhr die Spenden an, sortiert sie und gibt sie durch eine Luke an bedürftige Menschen ab.

Ob jemand Anspruch hat, ob er überhaupt bedürftig und damit berechtigt ist – diese Frage stellt sich Sommerfeld nicht. Er glaubt es einfach. Er muss auch gar nicht nachfragen. I

m Gespräch mit den ersten Kunden, die am Donnerstag vorbeikamen, hätte er schnell heraushören können, dass sie wirklich Not leiden. Das Gesundheitsamt und die zuständigen Behörden der Stadt haben keine Einwände gegen seine Hilfsaktion, sagt er.

Abgeben können Spender haltbare und verpackte Lebensmittel. Nudeln, Reis, abgepacktes Brot, Konserven – Nahrungsmittel jeglicher Art. Offene, unverpackte Lebensmittel wie Obst und Gemüse oder selbst gebackene Kuchen dürfe er nicht annehmen, sagt Sommerfeld.

Sein Lager sei bereits sehr umfangreich. Kunden können daraus wählen, was sie benötigen. Sommerfeld stellt dann die Tüten zusammen und reicht sie durch die Luke nach außen. Angenommen werden auch Hygieneartikel wie Windeln, aber auch Zahnpasta und Seife. Selbst Katzen- und Hundefutter kann er verteilen.

Abgeguckt hat Sommerfeld seine Hilfsaktion in Hamburg. Dort hängen Menschen Lebensmittel an einen Gabenzaun. Was es in Hamburg nicht gibt, aber bei Sommerfeld: „Bei mir erhält jeder auch ein paar aufmunternde Worte.“