Hübner verweist auf steigende Fahrgastzahlen - Laut Ministerium keine echte Steigerung Strecke Warmensteinach: Landrat gibt Bahn noch nicht verloren

Redaktion
Bahnstrecke Weidenberg - Warmensteinach, Bahnlinie, Gleise, bei Mittlernhammer, Weidenberg,Foto: Ritter Foto: red

Landrat Hermann Hübner sieht die Bemühungen, die Bahnlinie bis Warmensteinach wiederzubeleben, noch nicht am Ende. Und stützt sich dabei auf eine zumindest selektive Auslegung eines Briefes aus dem bayerischen Verkehrsministerium.

Im Forum „Der Landrat im Dialog" auf der Internetseite des Landkreises verweist er auf steigende Fahrgastzahlen. Hübner antwortet in dem Forum auf die Frage einer Bürgerin, was er, zumal in Wahlkampfzeiten, zu tun gedenke, um in München einen Sinneswandel zu erreichen zugunsten der Wiederbelebung der Strecke. Hübner sagt in dem Chat, dass man auch im Ministerium registriert habe, dass sich die Fahrgastnachfrage in den letzten beiden Jahren positiv entwickelt habe. 

Richtig ist aber auch, dass das Ministerium diese Entwicklung im zweiten Satz relativiert hat: „Ich weise aber vorsorglich darauf hin", heißt es im Schreiben von Ende Februar an die Gemeinde Warmensteinach, „dass die Entwicklung der Fahrgastzahlen nicht aus einem Vergleich der Zählergebnisse für die Schiene aus beiden Zeiträumen ablesbar ist, weil vormals ein Teil der werktäglichen Beförderungen mit Bussen des ÖPNV erfolgte und diese Fahrgäste bei den Erhebungen der BEG nicht erfasst wurde."

Ministerium: Keine echte Steigerung

Im Kartext: Das Ministerium sagt, die Steigerung ist keine echte, weil bisherige Busfahrer auf der gleichen Strecke gezwungenermaßen auf die Bahn umgestiegen sind. Es geht dabei um eine Steigerung von 570 auf 670 Beförderungen.

Der Förderverein Fichtelgebirgsbahn war bei einer jüngeren Zählung zu anderen Zahlen gekommen: Im Dezember 2012 im Schnitt 879 Beförderungen am Tag im Zeitraum von Montag bis Freitag; im Dezember 2011 (bei gleichem Zugangebot, auch damals gab es schon den Stundentakt) waren es 753.   Was die Bahnbefürworter als Beleg nehmen, dass ein besseres Angebot auch zusätzliche Nachfrage nach sich zieht.

Der Mindestwert für die Bestellung von Verkehr, den die Staatsregierung ansetzt, liegt bei 1000 Beförderungen werktags. Erst ab diesem Wert will der Freistaat für Bahnverkehr auf der Strecke bezahlen. Das wiederum ist Vorausetzung, dass der Streckeneigentümer DRE die Strecke saniert. Das Ministerium dagegen rechnet nicht mit weiter steigenden Zahlen und begründet das mit der demographischen Situation in der Region.

agw


Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Dienstagausgabe (28. März) des Nordbayerischen Kuriers.

 

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