Hubschrauber-Modellflug Manager der Vizeweltmeister

Er ist selbst ein erfolgreicher Modellflieger, hat an mehreren deutschen und internationalen Meisterschaften teilgenommen – jetzt feierte der Breitenlesauer Gerhard Grasser als Betreuer der Nationalmannschaft im Hubschrauber-Modellfliegen große Erfolge bei der Weltmeisterschaft in Ballenstedt in Sachsen-Anhalt. Foto: Stefan Brand

HOLLFELD/BREITENLESAU. Gerhard Grasser ist stolz. Das merkt man ihm an. Kein Wunder, ist er doch Teammanager der deutschen Nationalmannschaft in der Sparte Hubschrauber-Modellflug – und die hat jetzt bei der Weltmeisterschaft in Ballenstedt in Sachsen-Anhalt die Silbermedaille gewonnen.

Auch als Aktiver hat sich der 49-Jährige schon so manche Erfolge erflogen. Das kommt nicht von ungefähr, das hat mit Leidenschaft und Übungsfleiß zu tun. Und da ist jede Menge Geld in der Luft unterwegs. Der Breitenlesauer gehört der 1977 gegründeten Modellfluggruppe Hollfeld an. Der Verein zählt rund 20 Aktive, sein Gelände liegt etwas versteckt auf der Fernreuther Höhe. „Vier von uns widmen sich den Hubschraubern, das ist schon etwas sehr Spezielles“, sagt Grasser. Also nicht nur – „wir fliegen schon auch Fläche“.

Ein Breitensport ist das nicht

Will heißen, ganz normale Modellflugzeuge. Aber die Sache mit den Hubschraubern lasse einen nicht los, wenn man da mal hineingeschnuppert hat: „Ich dachte zunächst auch, ich blödel da halt ein wenig mit rum, so aus Spaß an der Freude.“ 15 Jahre ist das jetzt her, seit drei Jahrzehnten ist Grasser in dieser Branche unterwegs, „die definitiv kein Breitensport ist“.

Er war schon deutscher Vizemeister

Er kann einiges vorweisen. 2016 war er deutscher Vizemeister, nahm auch an den Europameisterschaften in Polen teil. Im vergangen Jahr dann musste er kürzertreten. Wie alle im Verein: „Wir mussten unser Vereinsheim generalsanierten, darunter litt natürlich auch der Flugbetrieb.“ Und damit das Üben.

Was nicht bedeutet, dass Grasser, der beruflich bei einem Bayreuther Unternehmen für Anwendungsentwicklung und Prozessanalyse zuständig ist, aus der Übung ist. Er war auch in Ballenstedt mit seiner Flugmaschine am Start. Quasi als Vorflieger. Um der Jury zu zeigen, um was es geht, wie die in die Luft gezauberten Figuren aussehen könnten. Oder besser: aussehen sollten.

Der fünfköpfigen Jury gehörten ein Philippine, ein Amerikaner, ein Norweger, ein Schweizer und ein Deutscher an. Grasser: „Das Problem ist, dass in den einzelnen Ländern unterschiedliche Maßstäbe angesetzt werden.“ Bei einer Weltmeisterschaft müsse man da auf ein einheitliches System kommen, „die unterhalten sich dann schon auch darüber, nach welchen Kriterien sie bewerten“.

Ohne Fleiß kein Preis

Insofern spielte Grasser eine wesentliche Rolle für das gesamte Turnier. Aber natürlich in erster Linie für sein Team. Manager, also Betreuer, zu sein, sei nichts, was man mal so eben nebenbei mache: „Du musst der Mannschaft den Rücken freihalten, du musst dich um die Anmeldungen kümmern, um die Logistik, um vieles mehr.“

Am Ende gab es in der Kategorie FC3, dem „klassisches Fliegen“ die Silbermedaille für das dreiköpfige Team mit Stefan Wachsmuth, Eric Weber und Sascha Kunz. Dazu noch Bronze in der Einzelwertung durch Wachsmuth – und als Krönung Gold im Juniorenbereich für Frieder Völkle. Geschlagen geben mussten sich die Deutschen nur den Japanern, „die sind führend, trainieren täglich bis zu fünf Stunden und mehr“, sagt Grasser. Das funktioniere natürlich nur, wenn ein Arbeitgeber mitspielt, quasi als Sponsor.

Nicht gerade billig

Apropos Sponsor. Eine Maschine – die bis zu 1,85 Meter lang sein kann, aber nach internationalen Richtlinien nicht mehr als 6,5 Kilogramm wiegen darf – kostet schon um die 4000 bis 5000 Euro, wenn man „vorne dabei sein will“. Vor allem in der zweiten Kategorie, dem Free Style (F3N) – „Das ist dann noch mal eine ganz andere Welt.“ Gerhard Grasser hat zwei solcher Geräte, die Hersteller der einzelnen Bestandteile „unterstützen einen schon“.

Grasser will übrigens wieder angreifen, mit mehr Zeitaufwand – um „da oben“ ganz oben mitzufliegen.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Passwort vergessen?
  2. * = Pflichtfeld
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!

Wenn Sie einen Kommentar verfassen, so wird dieser unter Ihrem Klarnamen, also dem von Ihnen angegebenen Vor- und Nachnamen veröffentlicht. Sollte Ihr Kommentar nicht sofort erscheinen, bitten wir Sie um etwas Geduld. Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Netiquette.

loading