Hotels in Bayreuth Festspielgästen das Wasser abgedreht

Wie gewohnt sind die Hotels in Bayreuth zur Festspielzeit gut gebucht. Im Bild: Rebekka Hofmann übergibt an der Rezeption im Bayerischen Hof einen Zimmerschlüssel. Foto: Andreas Harbach

BAYREUTH. Das hat sich geändert: Oft reisen Festspielgäste erst kurz vor Beginn der Aufführung an. Für die Mitarbeiter in den Bayreuther Hotels bedeutet das mehr Arbeit, denn es gibt mehr Gästewechsel als früher. Eine Umfrage zeigt: Insgesamt ist die Buchungslage in diesem Festspielsommer gut.

„Ring“-freies Jahr schlägt sich nicht nieder

Mit Blick auf die Buchungen läuft es im Hotel Herzog an der Kulmbacher Straße super. Das kleine Haus verfügt über 22 Zimmer und achte Appartements. Allenfalls kurzfristig sei gelegentlich noch für einen Tag ein Zimmer zu bekommen, sagt die Angestellte Doris Wopperer. Größtenteils sind die Zimmer mit Festspielgästen belegt, vereinzelt sind aber auch Radtouristen anwesend.

Dass dieses Jahr ein „Ring“-freies Jahr im Programm der Festspiele ist, schlage sich nicht bei der Bettenbelegung nieder, bedeute aber mehr Arbeit für die Angestellten. Da es häufiger zu Wechseln in der Zimmerbelegung kommt, muss öfters geputzt werden. Was die Buchungen betrifft läuft es im Herzog super, dennoch gibt es ein Ärgernis, das Doris Wopperer so zur Festspielzeit noch nie in Bayreuth erlebt hat: Direkt vor dem Haus, in der Kulmbacher Straße, gibt es eine Baustelle. Mit unangenehmen Folgen. Zum einen sei die Umleitung schlecht ausgeschildert, zum anderen würden die Gäste bisweilen durch ihre Navis fehlgeleitet.

Zweimal musste das Wasser abgestellt werden

Noch schlimmer: Bereits zweimal musste während der Festspielzeit das Wasser abgestellt werden. „Ein Riesenproblem“, wie Doris Wopperer sagte, wenn 60 Gäste zeitgleich duschen wollen. Wie man sich da beholfen hat? „Mit Wassereimern.“ Zum Zähneputzen habe man Mineralwasser bereitgestellt. Auch das Geschirrspülen wurde zum Problem.

Einige Gäste hätten sauer reagiert und gesagt, dass sie so etwas in Bayreuth noch nie erlebt hätten. Ein weiteres Problem: Bereits ab 6.30 Uhr wird auf der Baustelle gearbeitet. So mancher Festspielgast, der am Abend zuvor eine Aufführung im Festspielhaus besucht hat, würde sich zu diesem Zeitpunkt gerne nochmals rumdrehen. Für Doris Wopperer gilt daher in diesem Jahr: „Augen zu, und durch.“ In dieser Woche soll es ruhiger werden, denn jetzt haben die Arbeiter auf der Baustelle Urlaub.

Die Buchungslage ist gut

Kurz und knapp fällt die Antwort von Marc Jungk, dem Direktor des Arvena Kongress Hotels in Bayreuth, auf die Kurier-Nachfrage aus. „Die Buchungslage ist gut“, sagt Jungk. „Wir sind sehr zufrieden.“ Komplett ausgebucht ist man allerdings nicht. Vereinzelt seien noch Zimmer zu bekommen.

Auch Martina Groh-Walter, Geschäftsführerin und Inhaberin von Hotel und Gaststätte Lohmühle, zeigt sich zufrieden. Zumeist sei man ausgebucht, allerdings würden an den spielfreien Tagen einige Zimmer leer bleiben. Man habe viele Stammgäste, außerdem seien die Gäste des Goldenen Löwen dazugekommen, der heuer geschlossen wurde.

Viele kommen erst am Aufführungstag

Eines habe sich im Vergleich zu früheren Jahren allerdings deutlich geändert. Die Zeiten, in denen viele Festspielgäste bereits einen Tag vor der Aufführung anreisten, um dann ganz entspannt die Aufführung auf dem Grünen Hügel zu besuchen, seien vorbei. Heute würden viele erst am Aufführungstag nach Bayreuth kommen. In manchen Fällen erst kurz vor der Aufführung. Insgesamt gehe es dadurch wesentlich stressiger zu als früher. Doch Martina Groh-Walter sagt: „Wir haben sie alle rechtzeitig mit dem Shuttle hoch gekriegt.“ Was der Hotelinhaberin auch aufgefallen ist: Es würden sich weitaus weniger Besucher als früher nach den Einführungsvorträgen erkundigen. Viele Gäste hätten dafür keine Zeit mehr.

Allenfalls an spielfreien Tagen bleiben Zimmer leer

Keine großen Änderungen zu den Vorjahren hat Johanna Schwarz vom Hotel Weihenstephan wahrgenommen. 70 Prozent der Besucher seien Stammgäste. Man sei fast komplett ausgebucht. Allenfalls am ersten spielfreien Tag der Festspielzeit seien Zimmer leer geblieben. Nach diesem Festspielsommer wird es in dem Haus eine Veränderung geben. Im nächsten Jahr soll es dann mit einem neuen Pächter in der Gaststätte weitergehen

 

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