Hohe Nachfrage Rekordjahr wegen Krise: Hellofresh mit starkem Wachstum

Im ersten Jahr der Corona-Krise verzeichnete Hellofresh weltweit rund 74,3 Millionen Bestellungen und damit fast doppelt so viele wie noch 2019. Foto: Ryan Dinham/HelloFresh SE /dpa Foto: dpa

In der Krise lassen sich viele Verbraucher nicht nur mit Fertiggerichten beliefern, sie stellen sich auch selbst an den Herd. Hellofresh erleichtert das - und verdient damit so gut wie nie.

Berlin - Mit vorbereiteten, bereits abgemessenen Zutaten und eigenen Rezepten beliefert der Kochboxenversender Hellofresh seine Kunden - und hat aufgrund der hohen Nachfrage in der Corona-Krise ein Rekordjahr verbucht.

Mit 3,75 Milliarden Euro habe sich der Umsatz im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt, teilte das MDax-Unternehmen am Dienstag in Berlin mit. Dabei macht nach wie vor das Geschäft in den USA über die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. Die anderen Märkte werden gemeinsam als internationales Segment gelistet.

Im ersten Jahr der Corona-Krise verzeichnete Hellofresh weltweit rund 74,3 Millionen Bestellungen und damit fast doppelt so viele wie noch 2019. Auch unterm Strich blieb einiges übrig: Nach einem Verlust von rund sieben Millionen Euro im Vorjahr erzielte der Konzern nun einen Gewinn von gut 351 Millionen Euro.

Mahlzeiten zu Hause zuzubereiten und zu essen, habe im Jahr 2020 eine neue Bedeutung bekommen, sagte Konzernchef Dominik Richter am Dienstag. "Während die Pandemie im Laufe des Jahres hoffentlich abklingen wird, rechnen wir fest damit, dass Verbraucher auch weiterhin auf E-Commerce-Lösungen setzen werden, um Lebensmittel einzukaufen."

Im laufenden Jahr will Hellofresh in seinen bestehenden 14 Märkten unter anderem durch neue Marken mehr Kunden von sich überzeugen. Darüber hinaus will der Konzern zwei bis drei neue Länder erschließen. Zuletzt war Hellofresh nach Schweden und Dänemark expandiert. Experten mutmaßten, dass es nach Japan und Norwegen gehen könnte. Dort suche das Unternehmen derzeit aktiv nach neuen Mitarbeitern.

Die Investoren blieben am Dienstag indes skeptisch. Nach einem kurzen vorbörslichen Sprung nach oben ging es im frühen Handel am Dienstag bergab mit der Aktie. Zuletzt notierte das Papier mehr als eineinhalb Prozent tiefer als noch am Vortag.

Am im Vergleich zum vergangenen Jahr moderaten Ausblick auf 2021 hielt Hellofresh am Dienstag fest. Mitte Dezember hatte das Unternehmen seine Prognose für 2020 erhöht: So soll der Umsatz im laufenden Jahr währungsbereinigt um 20 bis 25 Prozent zulegen.

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