"Für Geschichtsinteressierte hat Münchberg jede Menge zu bieten", erklärt Rainer Fritsch. "Man sieht es halt nicht immer auf Anhieb." Wie auch - schließlich ist Münchberg im Laufe seiner bewegten Geschichte mindestens ein halbes Dutzend mal abgebrannt. Wurde mühsam wieder aufgebaut. Wieder zerstört. Wieder aufgebaut. Wieder zerstört. Wieder ... - na, Sie haben's verstanden. "Es ist wirklich eine Menge passiert", kommentiert Fritsch.

Der Hobby-Historiker und Internet-Profi Fritsch will Besuchern und Einheimischen die Geschichte seiner Stadt näherbringen. In zeitgemäßer Form: als digitale Schnitzeljagd quer durch die Stadt, in Videos und Karten, durch Audiodateien, Zeitstrahlen und Grafiken. Der "Historische Münchberg Weg" hat 44 Stationen, verteilt auf das gesamte Stadtgebiet, aufrufbar mit dem Handy über QR-Codes.

Die Idee zum "Historischen Münchberg Weg" sei ihm spontan gekommen, erzählt Fritsch; mit Gleichgesinnten aus dem Münchbürger Verein habe er sie im Laufe eines Jahres umgesetzt. "Geschichte mit modernen Mitteln erzählen - das verbindet Generationen", sagt er.

Und sorgt für Aufmerksamkeit, weit über Oberfranken hinaus: Nachdem die Münchberger ihr Projekt für die "Google Impact Challenge" eingereicht hatten - einer Ausschreibung, in der Google digitale Projekte in der Vereinsarbeit auszeichnet -, sammelte der "Historische Münchberg Weg" in den ersten beiden Runden so viele Punkte, dass er es ins Finale, unter die besten 200 Vereine, geschafft hat.

"Die Chancen stehen 50:50"

Jetzt fehlen nur noch ein paar Stimmen: 100 von 200 Finalisten werden ausgezeichnet - und bekommen je 10.000 Euro für ihre Arbeit. "Die Chancen stehen 50:50", sagt Rainer Fritsch. "Das muss doch zu schaffen sein!"

Noch bis 24. Februar kann für den "Historischen Münchberg Weg" abgestimmt werden.