Der Sieg der Sachsen bei den Rhein-Neckar Löwen in Mannheim war noch viel deutlicher, als es der Endstand 28:23 (16:12) aussagt. Lediglich beim 1:2 lagen sie ein einziges Mal im Rückstand, dann zogen sie souverän bis auf 26:17 davon (43.) und führten auch noch zehn Minuten vor dem Ende mit neun Toren (27:18).

„Wir waren sehr gut vorbereitet auf den Gegner und von Anfang an sehr fokussiert und zielstrebig“, erklärt der Bayreuther Julius Meyer-Siebert den historischen Sieg seiner Mannschaft, die noch nie zuvor auswärts gegen einen der nur drei verschiedenen Deutschen Meister seit 2012 (Kiel, Flensburg, Mannheim) gewonnen hatte. „Aus einer sehr starken Abwehr mit einem Klasse-Torwart haben wir konsequent mit hohem Tempo gespielt.“ Obwohl dabei nicht einmal sämtliche Chancen genutzt wurden, habe der Vorsprung den Favoriten schon früh zu Umstellungen gezwungen: „Sie haben es mit dem siebten Feldspieler versucht, sich dabei aber ein paar Ballverluste geleistet, und das hat sie noch zusätzlich verunsichert.“ Höhepunkt dieser Entwicklung waren drei Tore in Unterzahl (!) innerhalb von 73 Sekunden (alle durch den schnellen Linksaußen Lukas Binder), mit denen sich die Leipziger von 11:8 auf 14:8 absetzten (24.).

Danach konnten die Löwen nur noch einmal ganz kurz auf eine Wende hoffen, als sie die zweite Halbzeit mit zwei Toren zum 14:16 eröffneten. Fünf Minuten später stand es aber schon wieder 14:21. „Es war eine Mischung aus Taktik, Abwehr, Tempo und Mannschaftsleistung“ fasst Meyer-Siebert zusammen. Der 20-Jährige selbst kam erst in der Schlussphase zum Einsatz, was auch mit dem Comeback des lange verletzten Nationalspielers Niclas Pieczkowski zusammenhing. Grundsätzliche Sorgen um eine Reduzierung seiner anfangs recht umfangreichen Einsatzzeiten macht sich der Bayreuther aber nicht: „Gegen andere Mannschaften werde ich sicher wieder mehr Chancen bekommen.“

Dass nun noch mehr Euphorie in Leipzig aufkommen dürfte, ist Meyer-Siebert bewusst: „Wir können das aber schon richtig einordnen. Alle wissen, dass dieser Sieg nicht viel wert ist, wenn wir in den nächsten Spielen patzen. An unseren Zielen wird sich nichts ändern, aber die sind ohnehin schon hoch.“