Himmelkron: KFC hat noch Interesse

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Kentucky Fried Chicken zieht nach Hof. Doch auch am Standort Himmelkron, verkehrsgünstig an der Autobahn gelegen, hat der Konzern noch Interesse. Die Wohnungsbaugesellschaft Bayreuth plant zudem in Himmelkron einen Logistik- und Gewerbepark.

Vorbeifahren und Essen: Nach dem Konzept entsteht die neue KFC Niederlassung in Hof. Foto: KFC Foto: red

In Hof will sich die Fast-Food-Kette in der Ernst-Reuter-Straße in der Nähe des Sana-Klinikums niederlassen. Dort soll ein Neubau entstehen, der nach Angaben einer von KFC Deutschland beauftragten PR-Agentur voraussichtlich im ersten Quartal 2017 eröffnet wird. Dabei handele es sich um ein "Drive Thru Restaurant". Üblicherweise haben diese 82 bis 114 Sitzplätze und verfügen über 30 bis 40 Parkplätze. Das Hofer KFC würde gut sichtbar an einer vielbefahrenen, städtischen Verkehrsader stehen.

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Protest von Tier- und Naturschützern

Vor einiger Zeit wollte sich KFC bereits im Himmelkroner Gewerbegebiet ansiedeln. Nach einer hitzigen Diskussion hatte der Gemeinderat dem Bauantrag mehrheitlich zugestimmt. Allerdings protestierten kurz darauf Tierschützer gegen die Restaurant-Pläne und starteten eine Petition. Naturschützer und Grüne kritisierten den Flächenverbrauch, den die Bauvorhaben verursachen würden. Nachdem das bayerische Kabinett die Ansiedlung des Möbelriesen XXXLutz in Himmelkron untersagte, zog sich schließlich auch KFC zurück. 

Himmelkron noch immer eine Option

Trotzdem ist Himmelkron, mittlerweile zum Mittelzentrum aufgestiegen, nach wie vor eine Option für die Fast-Food-Kette. Auf Kurier-Nachfrage ließ KFC Deutschland mitteilen, man bitte um Verständnis, dass "zu den Gründen, warum KFC nicht in Himmelkron eröffnet", nicht mehr zu sagen sei, als dies schon im vergangenen Jahr geschehen sei. Damals hieß es, die Region Himmelkron sei als möglicher Standort für ein Restaurant interessant. Die konkreten Pläne für einen Standort im Gewerbegebiet seien jedoch voerst eingestellt worden. Der Grund sei die schwierige Zufahrts- und die Verkehrsregelung gewesen.

Erschließungskosten zu hoch

Bernd Krainhöfner vom Bauamt der Gemeinde wird noch deutlicher: "KFC war die Erschließung zu teuer, nachdem XXXL nicht genehmigt wurde." Das Gewerbegebiet Himmelkron-Nord liegt auf der unbebauten Seite der B 303. Als Anbindung an die Bundesstraße hätte eine Zufahrt mit Ampel gebaut werden müssen. Normalerweise zahlt die Gemeinde nach der Genehmigung eines Bauvorhabens zehn Prozent zu den Erschließungskosten dazu."Aber soweit ist es mit KFC gar nicht erst gekommen", sagt Krainhöfner. Die Stadt Bayreuth habe XXXL in Himmelkron ausgebremst und komme jetzt selbst nicht in die Gänge. Die Gemeinde will jetzt abwarten, bis das Landesentwicklungsprogramm rechtskräftig ist und sie tatsächlich gemeinsam mit Bad Berneck und Gefrees Mittelzentrum ist.

KFC könnte die Gewerbefläche abrunden

Dass KFC die Erschließungskosten zu hoch gewesen seien, bestätigt André Langmann von der Wohnungsbaugesellschaft Bayreuth mbH. Sie ist der Investor für die Grundstücke im geplanten Gewerbegebiet Himmelkron-Nord und führte die Verhandlungen mit der Schnellrestaurant-Kette und dem Möbelriesen. "Lutz hätte das hundertfache der Fläche von KFC genommen", sagt Langmann und gibt KFC noch nicht auf. "Es kann sein, dass sie sich im Randbereich doch noch für den Standort erwärmen." Der sei in "klassischer Autobahnlage" und grenze nicht an Wohngebiete an, so dass es keine Schwierigkeiten wegen Lärmschutz geben dürfte.

Sechs Millionen Euro Investitionskosten

Nun plant Langmann einen Logistik- und Gewerbepark am Autobahnkreuz A70/A9 an der Ausfahrt Himmelkron/Bad Berneck mit bis zu 120.000 Quadratmeter Logistik- und Gewerbeflächen. Das komplette Gebiet umfasst 24 Hektar. "Wir haben dafür ein großflächiges Konzept vor", sagt Langmann. "Aus dem Logistik-Sektor haben wir bereits einige Interessenten generiert." Ursprünglich hätte Lutz nahezu die ganze Fläche genutzt und es wären nur noch kleine Flächen übrig geblieben. "Bis das Gebiet vollständig befüllt ist, dauert das mindestens fünf Jahre", schätzt Langmann, der "automobilnahe Dienstleister" als potenzielle Kunden ansieht. Für die Straßen und die Infrastruktur rechnet er mit Investitionskosten in Höhe von sechs Millionen Euro.

Hintergrund:

KFC Restaurants in der näheren Umgebung gibt es bereits in Hallstadt, Forchheim, Nürnberg (unter anderem im Hauptbahnhof), Fürth und Schweinfurt. Für die Filiale in Hof sucht KFC noch Mitarbeiter: einen Schichtleiter und einen Restaurant General Manager. Kentucky Fried Chicken (KFC) gehört zu Yum Brands mit Sitz in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky. Der Konzern betreibt 43.000 Restaurants in über 130 Ländern und macht 13 Milliarden US-Dollar Umsatz. Die Restaurantmarken sind neben KFC Pizza Hut und Taco Bell. Weltweit eröffnet Yum im Durchschnitt sechs neue Restaurants am Tag. 20.000 KFC-Restaurants gibt es inzwischen auf der Welt. Sie sind spezialisiert auf Hähnchenprodukte, die nach dem geheimen Originalrezept des Gründers Colonel Harland Sanders aus elf Kräutern und Gewürzen zubereitet werden. Seit 1968 wurden in Deutschland 111 KFC Restaurants von Franchisepartnern und 29 eigengeführte eröffnet. 2015 wurden 17 neue Niederlassungen gegründet, 2016 sind nach eigenen Angaben 20 geplant.