Hilfsprojekt der Landjugend Jugendliche kochen für Bedürftige in Bayreuth

Die oberfränkische Landjugend kocht in der Stadtmission für den guten Zweck. Mehrere lokale Lebensmittelerzeuger unterstützen das Projekt tatkräftig – mit überraschender Resonanz.

Stellvertretende Bezirksvorsitzende Lena Goller, Hofer Kreisdelegierte Carina Wachter und Verena Meisel vom Arbeitskreis Mädchen und Frauen beim Kochen (von links). Foto: LJ Oberfranken

Am vergangenen Sonntag war in der Bayreuther Stadtmission etwas anders als sonst. Statt der hauseigenen Köchin Anja Ramming bereitete am 18. Mai ein Team aus sieben Landjugendlichen Mahlzeiten für rund 50 Bedürftige zu.

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Dafür hatten die Landjugendmitglieder Direktvermarkter aus der Region kontaktiert und sie von der Idee überzeugt, mit regionalen Lebensmitteln Gutes zu tun. Auf Spendenbasis kamen so fast alle Zutaten für das geplante Menü zusammen. Auf dem Speiseplan stand „Schnitz“ – ein fränkischer Gemüseeintopf mit Rindfleisch – und als Nachtisch ein Joghurtdessert mit Erdbeertopping.

Stadtmission sofort begeistert von Aktion

Bei der Suche nach einer Anlaufstelle für Bedürftige sei man eher zufällig auf die Stadtmission gestoßen, lässt Verena Meisel vom Landjugend-Kochteam wissen. „Volker Sommerfeldt von der Bayreuther Stadtmission war sofort angetan von unserer Idee und hat uns das Café Miteinander sowie die benötigte Küche gern zur Verfügung gestellt“, erklärt sie weiter.

Das „gute Laune-Selfie“ zeigt, wie viel Spaß den Jugendlichen die Koch-Aktion gemacht hat. Foto: Landjugend Oberfranken

Die Mitglieder der Landjugend gingen am Sonntagmorgen motiviert ans Werk und schnitten über 20 Kilogramm Gemüse und knapp halb so viel Rindfleisch in kleine Würfel. Dabei bekamen sie hier und da von bereits eingetroffenen Gästen Unterstützung. Während die Schnitz auf dem Herd Form und Geschmack annahm, bereitete ein Teil der Jugendlichen am Ausgabetresen unter Beobachtung der Bekochten den Nachtisch vor.

Küchenführung mit der Chefköchin

Die anderen Landjugendlichen bekamen von Küchenchefin Anja Ramming derweil einen Einblick in ihr sonstiges Tun, durften unter anderem einen Blick in die Kühl- und Vorratsschränke der Stadtmission werfen, die prall gefüllt waren mit gespendeten Lebensmitteln. Auf diese ist die Bayreuther Stadtmission auch angewiesen, denn sie finanziert sich zu 100 Prozent über Spenden.

Von den Jugendlichen bekam die Köchin zudem anerkennende Blicke, als sie darüber erzählte, welche Mengen sie in den Räumlichkeiten sonst zubereitet und woher sie ihr Können hat – erst vor kurzem bereitete sie hier beispielsweise 20 Enten gleichzeitig zu.

Nachdem alles für die Bedürftigen angerichtet war, hielten die Bezirksvorsitzenden der Landjugend Oberfranken eine kurze Begrüßungsansprache: Chiara Hartmann und Ferdinand Bauer erklärten, für was die Landjugend steht und wie das Projekt zustande gekommen war. Pünktlich zur Mittagszeit ging es dann ans gemeinsame Essen.

Die „Schnitz“ mit backfrischem Brot und Dessert gab es so oft, dass für jeden noch ein Nachschlag drin war. Foto: Landjugend Oberfranken

Gute 80 Liter des Gemüseeintopfs mit und ohne Rindfleisch, frisches Brot und der Nachtisch standen bereit. „Das habt ihr super gekocht, besser hätte ich es auch nicht gekonnt“, lobte Köchin Ramming die Mitwirkenden. Viel Lob und Anerkennung, sogar Beifall, bekamen die Jugendlichen auch von den Anwesenden, die gerne noch einen zweiten und dritten Nachschlag annahmen.

Ganz unerwartet hatte die Küchenchefin dann sogar noch einen zweiten Tag frei, denn trotz reichlich Appetit ging nicht das ganze Essen am Sonntag weg. Nachdem der erste Hunger gestillt war, kamen das Orga-Team und die Gäste schließlich mehr und mehr ins Gespräch. Woher man sei, dass man früher auch Landwirtschaft hatte oder dass Schnitz Kindheitserinnerungen wecke, waren nur einige der Gesprächsthemen.

Deutsch-polnische Zusammenarbeit

Die Aktion lief unter dem Motto: „Lokal gekocht – sozial geschenkt“ und entstand aus der Teilnahme des Landjugend-Bezirksverbands Oberfranken am Jugendpreis des deutsch-polnischen Jugendwerks. Dadurch kamen Jugendliche des Bezirksverbandes mit Jugendlichen des polnischen Landjugendverbands in Kontakt und entwickelten während des Auftaktseminares im polnischen Poznań und online gemeinsam dieses Kochprojekt.

Unterstützung erhielten sie von den regionalen Vermarktern Biohof Berger und Hofladen Kolb aus Bayreuth, dem Forkenhof aus Gesees, Bartholds Hofladen aus Schwarzenbach an der Saale, Gut Rosenhof aus Kronach, Enemene Muh aus Würnsreuth und dem Lanzendorfer Backparadies. Diese Landwirte und Lebensmittelproduzenten stellten kostenfrei die benötigten Zutaten für das Kochprojekt bereit.