Hilfe für junge Mütter Neue Hebammenambulanz in Bayreuth

Rebecca Freyer (Mitte) ist eine von zehn Hebammen, die in der neuen Hebammenambulanz Frauen unterstützen. Eine Entlastung ist das auch für Kinderärztin Dr. Kristin Zwenzener (rechts). CSU-Landtagsabgeordnete Gudrun Brendel-Fischer ließ´sich die Praxis zeigen. Foto: /Peter Rauscher

Hebammen sind für schwangere Frauen oft nur schwer zu bekommen. Eine neue Hebammenambulanz in Bayreuth soll Versorgungslücken schließen.

Je nach Region finden in Deutschland zwischen zehn und 50 Prozent der Schwangeren keine Hebamme für die Schwangerschaftsvorsorge und/ oder das Wochenbett, schreibt die Elternorganisation Motherhood. Auch in Bayreuth sollten schwangere Frauen möglichst schnell nach dem positiven Schwangerschaftstest eine Hebamme suchen, sagt Hebamme Rebecca Freyer. Sie selbst hat schon bis Juni keine Termine zu vergeben.

In Ferien wird’s oft eng

Auch wenn die Lage sich durch zwei neue Hebammen in Bayreuth demnächst wieder verbessern sollte: Versorgungslücken sind auch künftig zu erwarten: Wenn Hebammen in der Ferienzeit in Urlaub sind, wenn Frauen mit Versorgungsbedarf nach Bayreuth umziehen oder wenn Schwangere sich aus Unkenntnis nicht rechtzeitig um eine Hebamme bemühen, wie das oft bei Frauen mit Migrationshintergrund der Fall sei.

Jeden Mittwoch geöffnet

Um solche Lücken zu schließen, gibt es jetzt eine Hebammenambulanz in den Räumen des Kinderarztzentrums Med4Kidz in der Spinnereistraße. Jede Frau, die ein Kinder erwartet oder stillt, kann sich dort hinwenden, unabhängig davon, wer sie und ihr Kind ärztlich betreut. Jeden Mittwoch von 15 bis 18 Uhr ist eine Hebamme vor Ort und berät rund eine halbe Stunde zu den Themen Stillen/Säuglingsernährung, Schlafverhalten und Beckenboden – nur gegen Vorlage der Krankenkassenkarte. Erforderlich ist lediglich eine Terminbuchung online über die Homepage der Kinderarztpraxis (www.med4kidz.de)-

Entlastung auch für Ärzte

„Wir Kinderärzte können eine solche Beratung nicht angemessen leisten“, sagt Dr. Kristin Zwenzner, eine der Gesellschafterinnen des zu Jahresanfang 2022 eröffneten Kinderarztzentrums. „Wenn etwa Eltern kommen und klagen, dass ihr Kind nicht gut trinkt, haben wir für dieses Problem schlicht nicht genug Zeit.“

Die Mietkosten der Ambulanz werden durch eine staatliche Förderung abgedeckt. Besonders in den Ferien sei die Hebammenambulanz sehr gut nachgefragt, ansonsten gebe es bei der Buchung keine Wartezeiten.

Problem ausländische Abschlüsse

CSU-Landtagsabgeordnete Gudrun Brendel-Fischer sagte, sie wisse um das Thema Hebammenmangel und begrüße die neue Hebammenambulanz in Bayreuth. Eine weitere Hilfe im Kampf gegen den Hebammenmangel wäre es auch, wenn in Bayern die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse von Hebammen nicht zwei Jahre dauern würde, sagt sie. Das Thema will sie demnächst bei Gesundheitsminister Klaus Holetschek vorbringen.

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